Studie zeigt Indikatoren für gesundes Altern auf

by | May 30, 2024

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Das Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie hat in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam Blut-Biomarker identifiziert, die Menschen tendenziell gesund altern lassen.

 

Menschen werden immer älter. Das ist Fakt. Doch nicht immer ist das ein Segen. Gesund altern ist das große Ziel und dem könnten Forscher des Leibniz-Instituts für Präventionsforschung und Epidemiologie – BIPS in einer aktuellen Studie nähergekommen sein. In enger Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) haben sie bestimmte Kombinationen von Blut-Biomarkern identifiziert, die dazu beitragen können, Menschen, die ein hohes Alter bei guter Gesundheit erreichen, von solchen zu unterscheiden, die chronische Krankheiten wie Diabetes, koronare Herzkrankheiten und Krebs entwickeln.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Menschen, die ein hohes Alter erreichen und frei von chronischen Krankheiten bleiben, die optimalen Werte bestimmter Kombinationen von Stoffwechselprodukten, die mit Insulinsensitivität und Entzündungen verbunden sind, während der späten Lebensphasen beibehalten haben“, erklärt die Leiterin des Forschungsprojekts Prof. Dr. Krasimira Aleksandrova. Sie ist überzeugt: Versteht die Wissenschaft diese Marker und ihre komplexen Zusammenhänge, können Präventionsmaßnahmen gezielter ergreifen und die Lebensqualität im Alter verbessert werden.

„Gutes Cholesterin“ hilft beim gesunden Altern

Mithilfe neuer statistischer Modellierungen konnte das Forschungsteam mehrere Kombinationen von Molekülen isolieren, die gesundes Altern charakterisierten, was als das Erreichen des 70. Lebensjahres ohne die Entwicklung einer chronischen Krankheit wie Diabetes, koronare Herzkrankheit oder Krebs definiert wurde. Die Analyse ergab, dass Personen, die hohe Konzentrationen von High-Density-Lipoprotein-Cholesterin, dem so genannten „guten Cholesterin“, des Fetthormons Adiponektin und des Insulin-ähnlichen Wachstumsfaktor-Bindungsproteins-2 sowie niedrige Triglyceridwerte aufwiesen, eine höhere Wahrscheinlichkeit hatten, im Alter ohne chronische Krankheiten zu leben, als ihre Altersgenossen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Kombinationen mehrerer Biomarker zu untersuchen, anstatt einzelne Moleküle isoliert zu betrachten“, erklärt Aleksandrova. „Unsere Studie verlagert den Schwerpunkt von einzelnen Krankheiten auf ein zusammengesetztes Bild des gesunden Alterns. Anstatt zu versuchen, sich auf einzelne Moleküle und einzelne Krankheitsfolgen zu konzentrieren, sind wir daran interessiert, die komplexen Wege zu verstehen, die eine gesunde Langlebigkeit fördern.“

Wichtig ist, dass die Studie auch gezeigt hat, dass die günstigen Biomarkerprofile durch individuelle Verhaltensweisen beeinflusst werden können, etwa durch ein gesundes Gewicht, Nichtrauchen und eine ausgewogene Ernährung – insbesondere durch den Verzicht auf stark verarbeitetes und rotes Fleisch bei einem hohen Anteil an unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten.

Daten kommen aus EPIC-Studie

Ihre Forschung stützten die Wissenschaftler auf die Daten älterer Erwachsener, die an der EPIC-Potsdam-Studie, European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition, teilnahmen. Zu Beginn der Studie unterzogen sich alle Teilnehmer einer umfassenden anthropometrischen Messung und machten Angaben zu ihrem Lebensstil und ihrer Ernährung. Darüber hinaus wurden von 26.437 Teilnehmern Blutproben entnommen. Diese Gruppe wurde mehrere Jahre lang beobachtet, wobei alle zwei bis drei Jahre Informationen über neue chronische Krankheiten gesammelt wurden.

Für die aktuelle Studie wurde eine zufällig ausgewählte Untergruppe von 2.500 Personen gebildet. Aus dieser Gruppe wurden Teilnehmer ausgeschlossen, die bereits an bestimmten Krankheiten litten oder deren Diagnosen unklar waren, so dass 2.296 Teilnehmer für die Analyse übrigblieben. Von ihnen wurden die Konzentrationen von 13 spezifischen Biomarkern im Blut mit Hilfe etablierter Labortests und Protokolle quantifiziert. Zu diesen Markern gehörten Moleküle, die den Zucker- und Fettstoffwechsel, die Leber- und Nierenfunktion, die Insulinempfindlichkeit und Entzündungen widerspiegeln.

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