Ein Forschungsteam konnte nun nachweisen: Bei der endotrachealen Intubation ist die Videolaryngoskopie deutlich häufiger bereits beim ersten Versuch erfolgreich.
Gemeinsam mit Kollegen aus Deutschland und Österreich konnte ein Team der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) zeigen, dass bei der endotrachealen Intubation die Videolaryngoskope die besten Ergebnisse erzielt. Die COVALENT-Studie deckte auf, dass so häufiger eine erfolgreiche Intubation bereits beim ersten Versuch gelingt, die Atemwegssicherung nach Fehlschlägen verkürzt und kleinere Verletzungen reduziert werden können. Die Ergebnisse sprechen dafür, die Videolaryngoskopie künftig als Standardverfahren im Operationssaal einzusetzen.
Die Studie ist deshalb so bedeutend, weil die Intubation zu den wichtigsten und anspruchsvollsten Aufgaben in der Anästhesie zählt. Zur Einführung des Tubus muss die Luftröhre gut sichtbar sein. Das sogenannte Laryngoskop – griechisch „Larynx“ für Kehlkopf und „skopein“ für betrachten – ermöglicht es Anästhesisten, die Zunge vorsichtig zu heben und einen guten Blick auf Kehlkopf und Stimmbänder zu erhalten.
Ein herkömmliches Laryngoskop besteht aus einem Griff, einer Klinge und einer Lichtquelle. Heute kommen zunehmend auch Videolaryngoskope zum Einsatz. Diese besitzen eine kleine Kamera an der Spitze, die das Bild auf einen Monitor überträgt.
Die Frage, ob die Videounterstützung wirklich besser ist, konnte Dr. Dr. Benedikt Schmid, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Würzburg (UKW) nun mit einem klaren „Ja“. Der Anästhesist und Leiter der AG Data Science and Reproducible Research verglich in einer multizentrischen Studie mit mehr als 2.500 erwachsene Patientinnen und Patienten die konventionelle mit der videogestützten Laryngoskopie bei perioperativen endotrachealen Intubationen, also bei der Platzierung eines Beatmungsschlauchs während einer Operation. „Unsere Daten zeigen, dass die Videolaryngoskope die Intubation während einer Vollnarkose deutlich erleichtern und die Sicherheit erhöhen“, erläutert Schmid.
Deutlich höhere Erfolgsraten
In der COVALENT-Studie verglich Schmid mit einem Team von sechs Kliniken in Deutschland und Österreich erstmals drei Verfahren miteinander: die klassische direkte Laryngoskopie sowie zwei Formen der Videolaryngoskopie mit unterschiedlicher Geometrie. Die Erfolgsraten beim ersten Durchgang waren bei den sogenannten Macintosh-Videolaryngoskopen (82,9 Prozent) und den sogenannten hyperangulierten Videolaryngoskopen (87,6 Prozent) signifikant höher als bei der direkten Laryngoskopie (78,2 Prozent). „Beide Videoverfahren führten also häufiger bereits beim ersten Versuch zu einer erfolgreichen Trachealintubation“, erläutert Schmid. „Besonders gut schnitten Geräte mit stark gekrümmtem Spatel ab.“ Zudem gelang nach einem fehlgeschlagenen ersten Versuch die Intubation mit Videolaryngoskopen schneller und es traten seltener kleinere Verletzungen im Mund- und Rachenraum auf.



