Studie: Deutsche kennen sich schlecht mit Vorsorge aus

von | Apr. 9, 2025

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Eine repräsentative Umfrage im Auftrag der SBK Siemens-Betriebskasse zeigt, dass in puncto Früherkennung und Vorsorge großer Aufklärungsbedarf in Deutschland herrscht. 

 

Prävention und Früherkennung sind die Zukunft der Gesundheitsversorgung. Allerdings weiß ein Großteil der Deutschen nicht, welche dieser Untersuchungen für ihr Alter und Geschlecht sinnvoll sind. Das hat nun eine repräsentative Befragung unter 2.060 Menschen von YouGov im Auftrag der SBK Siemens-Betriebskasse ergeben. Demnach wissen 69 Prozent der Menschen in Deutschland nicht oder nur teilweise, welche Maßnahmen sie in Anspruch nehmen könnten und sollten.

„Früherkennung ist eine wichtige Säule unserer Gesundheitsversorgung. Denn früh erkannt, sind viele Erkrankungen besser und weniger aufwändig zu behandeln“, betont Dr. Gertrud Demmler, Vorständin der SBK. „Damit alle davon profitieren, müssen sie wissen, wann welche Früherkennungen Sinn machen.“ Demmler hält gezielte Einladungen zur Vorsorge im passenden Moment für einen gangbaren Weg, betont aber gleichzeitig, dass die Kassen dafür aktuelle und verlässliche Daten benötigen – und das Recht, diese unbürokratisch zu nutzen, um die Versicherten individuell anzusprechen. „Diese Voraussetzungen sind heute leider noch nicht gegeben“, attestiert die Vorständin.

Große Vorsorgelücken

Was die Umfrage außerdem zeigt: Bei jeder fünften Person liegt die letzte Vorsorgeuntersuchung bereits über zwei Jahre zurück. Lediglich die Zahnvorsorge steht bei den Befragten einmal jährlich im Kalender. Und Frauen gehen in der Regel jährlich zur Vorsorge zum Gynäkologen. Allerdings geben auch zehn Prozent der Befragten an, noch nie bei einer Vorsorgeuntersuchung gewesen zu sein.

Grundsätzlich sind Frauen über die für sie empfohlenen Untersuchungen zur Früherkennung besser informiert, zeigt die Studie. Fast jeder vierte Mann (23 Prozent) weiß nicht, welche Früherkennungen für ihn empfohlen sind. Bei den Frauen sind es nur 14 Prozent. Zudem nimmt das Wissen um notwendige Vorsorge mit dem Alter zu. Von den 18- bis 24-Jährigen weiß fast jeder zweite (45 Prozent) nicht, zu welchen Untersuchungen er gehen sollte. Bei den über 55-Jährigen sind es nur noch neun Prozent.

Offenheit für Test zu Hause

Die Befragung zeigt ferner, dass Angebote zur Früherkennung einfach und bequem sein müssen, damit sie von mehr Menschen genutzt werden. Hier könnten digitale Lösungen für zu Hause eine Unterstützung sein – etwa der Handy-Scan bei Hautveränderungen. 59 Prozent der Befragten würden solche Tests (wahrscheinlich) nutzen, wenn die Krankenkassen sie anbieten. 19 Prozent wären eher zurückhaltend, zwölf Prozent lehnen sie ab. „Tests für zu Hause sind ein guter Weg, um Menschen die Früherkennung möglichst einfach zu machen. Zudem haben sie den positiven Nebeneffekt, die Praxen zu entlasten“, sagt Gertrud Demmler. „Denn ärztliche Beratung brauchen dann nur diejenigen mit auffälligem Testergebnis. Für diese wenigen könnten dann schneller Termine in der Praxis oder für eine Online-Beratung zur Verfügung stehen.“

51 Prozent derjenigen, die Vorsorgetests für zu Hause nicht nutzen möchten, geben als Grund an, der Genauigkeit ihrer Tests nicht zu vertrauen. Viele andere Gründe drehen sich um die fehlende Begleitung durch die Arztpraxis: 41 Prozent der Befragten, die dem Test zu Hause kritisch gegenüberstehen, wünschen sich einen persönlichen Austausch in der Praxis. 35 Prozent haben Bedenken, etwas falsch zu machen. 15 Prozent haben Sorge, mit dem Ergebnis allein gelassen zu werden. Um diese Hürden abzumildern, sollten derartige Tests also immer in ein Gesamtangebot eingebettet sein, welches den Kontakt zu einer Arztpraxis ermöglicht.

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