Studie: Covid-19 senkt globale Lebenswartung

by | Mar 14, 2024

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Pandemie lässt weltweite Lebenserwartung um 1,6 Jahre sinken. Übersterblichkeitsrate zeigt starke regionale Unterscheide. 

 

Seit Corona ist die Lebenserwartung weltweit gesunken. Das zeigt eine aktuelle Analyse der Global Burden of Disease Study im Fachjournal The Lancet. 1,6 Jahre fehlen uns seitdem im Schnitt – und das trotz eines Rückgangs der Kindersterblichkeit. Die Covid-19-Pandemie war demnach ein historisches Ereignis mit Millionen zusätzlicher Todesfälle, die damit auch einen Einfluss auf die globale Übersterblichkeitsrate haben – allerdings mit großen regionalen Unterschieden.

Aus der Studie, durchgeführt vom Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) in Seattle, wird deutlich, dass vor allem die ersten beiden Pandemiejahre entscheidenden Einfluss auf diese Entwicklung hatten. In 84 Prozent der untersuchten 204 Länder und Regionen sank die Lebenserwartung während , wohingegen in 15,7 Prozent der Ländern und Regionen ein Anstieg zu verzeichnen war. Weniger Todesfälle gab es beispielsweise in Taiwan, der Mongolei, Japan und Neuseeland. Zentral- und Osteuropa waren mit 269,7 zusätzlichen Todesfällen pro 100.000 Einwohner hingegen stark betroffen, genau wie Lateinamerika und die Karibik, wo die Übersterblichkeit bei 199 pro 100.000 Einwohner lag. Auf nationaler Ebene wiesen Bulgarien (520,8/100.000 Einwohner) und Lesotho (447,0/100.000 Einwohner) die höchste Übersterblichkeit auf. 

Kindersterblichkeit sinkt weiter

Da sich schon während der Pandemie abzeichnete, dass Kinder eine Corona-Infektion besser verkraften, wundert es auch nicht, dass die Studie eine positive Entwicklung bei der Kindersterblichkeit zeigt. In Kombination mit dem medizinischen Fortschritt sank die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren zwischen den Jahren 2019 und 2021 um weitere sieben Prozent.

Erstmals globale Auswirkung auf Lebenserwartung

Außerdem interessant: Bisher waren es Ereignisse wie Hungersnöte oder Kriege, die die Lebenserwartung beeinfluss haben. Deren Auswirkungen blieben jedoch lokal begrenzt, weshalb die Lebenserwartung auf globaler ebene weitestgehend stabil blieb. Die Corona-Pandemie ändert das erstmals. Die Autoren der Studie betonen daher die Bedeutung dieser Daten für die globale Gesundheitspolitik und unterstreichen die Notwendigkeit von Maßnahmen zur Eindämmung von Pandemien sowie zur Stärkung der Gesundheitssysteme weltweit.

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