Streikaufruf jetzt auch für MFA

by | Jan 26, 2024

Anhoren

Teilen

Verband medizinischer Fachberufe ruft am 8. Februar zum Streik auf.

 

Nun werden wohl auch die medizinischen Fachangestellten (MFA) und Arzthelfer in ambulanten Versorgungen streiken. Dazu hat der Verband medizinischer Fachberufe für den 8. Februar aufgerufen, um den laufenden MFA-Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen. Gestreikt werden soll bundesweit. Auch Beschäftigte in niedergelassenen Arztpraxen sowie Auszubildende werden ermutigt, ebenfalls die Arbeit niederzulegen.

Der Verband fordert ein Einstiegsgehalt von 17 Euro pro Stunde, einen tarifliche Inflationsausgleichsprämie in Höhe von 2.000 Euro für alle MFA und Arzthelfer sowie 1.000 Euro für Auszubildende. Deren Vergütung soll außerdem rückwirkend zum 1. Januar um 4,9 bis 5,1 Prozent steigen. Jährliche Sonderzahlungen sollen noch 2024 von 70 auf 75 Prozent ab dem zweiten Jahr der Betriebszugehörigkeit steigen.

Zuspruch gab es bereits vom Spitzenverband Fachärzte Deutschland (SpiFA) – obwohl sich der Streik auch gegen die eigenen Facharztpraxen richte. „Der inzwischen Jahre andauernde Fachkräftemangel und die zunehmende Kostenentwicklung zwingen die ambulanten Versorgungsstrukturen in die Knie,“ betont Dr. Dirk Heinrich, Vorstandsvorsitzender des SpiFa. „Die Forderungen nach einer Lohnerhöhung seitens der MFA sind selbstverständlich gerechtfertigt, für viele Ärztinnen und Ärzte ist eine solche aber einfach nicht umsetzbar. Denn Tarifsteigerungen müssen für die Praxen auch unmittelbar und vollständig gegenfinanzierbar sein.“ Unter den derzeitigen Rahmenbedingungen wie beispielsweise der Budgetierung ärztlicher Leistungen oder bei gleichzeitiger Verweigerung einer neuen GOÄ sei dies jedoch nicht der Fall.

Aus Sicht des SpiFa müssen im Zuge der Debatte um fehlende bezahlbare Fachkräfte auch aktuelle und künftige Reformen beleuchtet werden, bei denen Parallelstrukturen aufgebaut werden sollen. „Bereits jetzt wandern viele MFA nach ihrer Ausbildung zur Festanstellung in die Krankenkassen ab, weil dort höhere Gehälter winken. Das heißt, die Verwaltung schwächt die Versorgung, indem sie ihr das Personal abwirbt. Ein Aufbau von Parallelstrukturen würde den Fachkräftemangel noch einmal anheizen und den Wettbewerb um MFA verstärken. Dies gilt es unbedingt zu verhindern,“ schließt Heinrich ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Pilotprojekt ErwiN gestartet

Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern schließen sich zusammen, um neue Wege für die medizinische und pflegerische Versorgung älterer und chronisch kranker Menschen zu finden.

Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern schließen sich zusammen, um neue Wege für die medizinische und pflegerische Versorgung älterer und chronisch kranker Menschen zu finden.

da Vinci-Single-Port und neue Professur in Mainz

Die Universitätsmedizin Mainz baut ihre Robotik-gestützte Chirurgie weiter aus und ist damit die erste Universitätsklinik in Deutschland, die über das da Vinci Single-Port-System verfügt.