Streik in Schweden: 15 Minuten weniger Arbeitszeit für Pflegekräfte

by | Jun 13, 2024

Quelle: IMAGO / TT

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Seit einer Woche gehen in Schweden Pflegekräfte auf die Straße. Nach 16 Jahren hat ihre Gewerkschaft erstmals wieder zu einem Streik aufgerufen. Es geht vor allem um eine Verkürzung der Arbeitszeit.

Es begann Ende April mit der Verweigerung, Überstunden abzuleisten und erreicht diese Woche einen neuen Höhepunkt mit 3.500 Beschäftigen aus 60 Gesundheitseinrichtungen, die ihre Arbeit niederlegten. Schwedens Gesundheitswesen wird seit 16 Jahren erstmals wieder bestreikt. Aufgerufen hat die Gewerkschaft der Pflegekräfte, nachdem die Verhandlungen mit dem Verbund der Kommunen und Regionen (SKR) erfolglos blieben. Zentraler Streitpunkt: vor allem kürzere Arbeitszeiten. Die Gewerkschaft fordert 15 Minuten pro Tag weniger. Pflegekräfte sollen ihren Tag 7,5 Minuten später beginnen und 7,5 Minuten früher beenden dürfen. Auch mehr Urlaub und eine bessere Bezahlung werden gefordert.

Gewerkschaftschefin Sineva Ribeiro findet diese Erwartungen angemessen. Schon im April sagte sie: „Wir wollen die Energie haben, um Vollzeit zu arbeiten, wir wollen nachhaltige Zeitpläne und vier Wochen durchgehenden Urlaub im Sommer. Wir wollen höhere Löhne, damit alles gleich ist.”

Gerade die Reduktion der Arbeitszeit klingt nach wenig, ist für den Verbund der Kommunen und Regionen aber offensichtlich ein großes Zugeständnis. Der stellvertretende Vorsitzender der SKR-Verhandlungsdelegation Sten Nordin betont: „Wir brauchen alle Beschäftigten im Gesundheitswesen und eine massive Verkürzung der Arbeitszeit wird sich auf die Patienten und das Arbeitsumfeld auswirken.“ Der SKR macht die Gewerkschaft für die gescheiterten Verhandlungen verantwortlich und wirft ihr vor, mit dem Streik Menschenleben zu gefährden.

Reibeiro kontert: „Während der Pandemie wurden wir als Superhelden bezeichnet und gingen an unseren freien Tagen zur Arbeit, um Leben zu retten. Damals wurden wir beklatscht, aber heute müssen wir uns entscheiden, ob wir selbst krank werden oder unsere Arbeitszeit auf Teilzeit reduzieren, um zurechtzukommen.“ Und darunter würden letzten Endes die Patienten langfristig leiden.

Fast ein Drittel der Gewerkschaftsmitglieder arbeite bereits in Teilzeit, was viele damit begründen würden, dass sie nicht in der Lage sind, Vollzeit zu arbeiten, heißt es in einem Bericht der Gewerkschaft. Vier von zehn jungen Menschen gaben an, dass sie nicht erwarten, ihr ganzes Berufsleben lang im Gesundheitswesen zu arbeiten, obwohl viele sagten, dass sie möglicherweise Vollzeit arbeiten würden, wenn die Arbeitszeiten verkürzt würden.

Und auch die Anzahl der Überstunden – laut Gewerkschaft waren es alleine im vergangenen Jahr drei Millionen Überstunden, die gleistet wurden – zeigt, dass sich zum Wohle der Patienten etwas ändern muss. Nun sollen Mediatoren versuchen, beiden Seiten zu einem Kompromiss zu bewegen.

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Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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