Ein Zusammenschluss der ADAC, Bertelsmann und Björn Steiger Stiftungen fordert in einem Ergebnispapier die flächendeckende Einführung von Smartphone-basierten Ersthelfer-Apps.
Deutschland braucht einen bundesweiten Einsatz von untereinander vernetzten Systemen und die Alarmierung von geschulten Laien für die Notfallversorgung. Das ist die Quintessenz des Ergebnispapiers „Flächendeckende Alarmierung von Ersthelfern über vernetzte Ersthelferalarmierungssysteme”, welches ein Zusammenschluss aus ADAC Stiftung, Bertelsmann Stiftung und Björn Steiger Stiftung heute veröffentlicht hat. Die Stiftungen fordern vor allem die Einführung einer flächendeckenden, Smartphone-basierten Ersthelfer-App.
In Deutschland erleiden jedes Jahr rund 120.000 Menschen einen außerklinischen Herz-Kreislauf-Stillstand, etwa 65.000 Menschen sterben daran – vor alle, weil die interventionsfreie Zeit noch zu lang ist. Qualifizierte Ersthelfer können die Zeit, bis der Rettungsdienst eintrifft, nicht nur überbrücken, sondern überlebenswichtige Hilfe leisten. Dafür müsste ihr Einsatz jedoch koordiniert werden.
Die bundesweite Einführung von untereinander vernetzten Systemen ist nach Ansicht der drei Stiftungen essenziell, um First Responder überall in Deutschland bei Herz-Kreislauf-Stillständen hinzuziehen zu können. Technische Standards und eine gesicherte Finanzierung sind nötig und möglich, um die Zusammenarbeit der Systeme sicherzustellen und ihren Erfolg zu gewährleisten.
Juristisches Gutachten regelt Standards
Ergänzend zu dem Ergebnispapier wurde ein juristisches Gutachten veröffentlicht, das sich unter anderem mit der bundesweiten Regelung technischer Standards für die eingesetzten Apps beschäftigt. „Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass die Finanzierung von Ersthelfersystemen schon jetzt im bestehenden Rechtsrahmen sichergestellt werden könnte. Dies wäre ein wichtiger Schritt hin zum flächendeckenden Einsatz dieser lebensrettenden Ersthelfer-Apps”, betont Christof Constantin Chwojka, Geschäftsführer der Björn Steiger Stiftung. „Der Bund könnte und sollte nun rasch technische Mindeststandards für Ersthelfer-Apps festlegen und damit die Grundlagen für die nötige Interoperabilität legen.”


