Steigende Zahlen in der Pflegeausbildung

von | März 18, 2025

2024 gab es neun Prozent mehr neue Ausbildungsverträge in der Pflege, rechnet das Statistische Bundesamt heute vor.

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Das Statistische Bundesamt hat heute Zahlen zur Pflegeausbildung veröffentlicht. Demnach gab es 2024 neun Prozent mehr Ausbildungsverträge.

 

Die Zahlen stimmen angesichts des Personalmangels in der Pflege zunächst einmal positiv. Laut Statistischem Bundesamt (Destatis) stieg die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge 2024 gegenüber dem Vorjahr um neun Prozent. In absoluten Zahlen sind das 5.100 mehr Neuverträge und 59.500 Neuverträge insgesamt.

Zum Ende des vergangenen Jahres befanden sich damit 147.100 Menschen in Deutschland in einer Ausbildung zur Pflegefachfrau oder zum Pflegefachmann. Wobei Frauen in diesem Beruf nach wie vor dominieren. 74 Prozent aller Pflegeauszubildenden sind weiblich. Allerdings ging ihre Zahl 2024 leicht um ein Prozent oder 1.200 Auszubildenden auf 108.700 zurück. Die Zahl der Männer, die den Ausbildungsberuf wählten, stieg hingegen um vier Prozent (1.400 Auszubildenden) auf 38.400. Im Jahr 2020, dem Einführungsjahr der generalistischen Pflegeausbildung, hatte der Frauenanteil bei 76 Prozent gelegen. Damit blieb die Geschlechterverteilung seit der Einführung der neuen Pflegeausbildung weitestgehend konstant.

Erstmals vorläufige Ergebnisse zu Pflegestudierenden

Für das Jahr 2024 liegen zudem erstmals vorläufige Ergebnisse zu Pflegestudierenden im Bachelorstudiengang an Hochschulen vor. Demnach befanden sich zum Jahresende 2024 rund 1.200 Studierende in einem Pflegestudium, davon waren etwa 700 Studienanfängerinnen und -anfänger.

Ein erster Kommentar zu den nun veröffentlichten Zahlen kommt von der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), die darin ein gutes Zeichen, allerdings keinen Grund zur Entwarnung sieht.

„Dass weiterhin mehr Menschen eine Pflege-Ausbildung aufnehmen, ist ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass die verbesserten Rahmenbedingungen der vergangenen Jahre den Beruf attraktiver gemacht haben“, attestier DKG-Chef Dr. Gerald Gaß. Schon heute werde keine andere Berufsausbildung besser vergütet, und die Pflegegehälter sind deutlich stärker gestiegen als die in der restlichen Wirtschaft. Trotzdem werden die steigenden Zahlen bei den Ausbildungsverträgen das Fachkräfteproblem in der Pflege nicht lösen.

„In den kommenden zehn Jahren werden rund 300.000 Krankenhaus-Beschäftigte altersbedingt ausscheiden. Diese Lücken können selbst deutlich steigende Ausbildungszahlen nicht schließen“, rechnet Gaß vor. Die Politik müsse endlich dafür sorgen, dass Pflegekräfte ihre wertvolle Arbeitskraft wirklich für die Pflege einsetzen können. „Mit drei Stunden täglicher Schreibarbeit für jede einzelne Pflegekraft hat die Bürokratiebelastung längst ein Maß erreicht, das wir uns angesichts des Fachkräftemangels nicht mehr leisten können“, ist Gaß überzeugt und rechnet vor, dass schon eine Stunde weniger Bürokratie täglich die Arbeitszeit von 47.000 Pflegekräften freisetzen würde. „Damit wäre der Fachkräftemangel in der Pflege mit einem Schlag gelöst, der Beruf hätte an Attraktivität gewonnen und der Druck auf die Beschäftigten wäre weitaus geringer. Und das ist letztlich das, was wir jungen Menschen anbieten müssen, wenn wir sie für den Pflegeberuf gewinnen wollen.“

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