Stagnierende Absatz im Gesamtpharmamarkt

by | Jun 4, 2024

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Der aktuelle Q1-Marktbericht des Statistikdienstleisters IQVIA zeigt, dass der Gesamtpharmamarkt in Kliniken und Apotheken vor allem im März eingebrochen ist.

 

Im ersten Quartal 2024 stieg der Umsatz mit Arzneimitteln im gesamten Pharmamarkt – in Apotheken und Kliniken – um 6,3 Prozent. Gleichzeitig stagnierte der Absatz bei -0,2 Prozent. Das zeigt nun die aktuelle Erhebung des Statistikdienstleister IQVIA. „Schuld“ sei vor allem der März. Denn während die ersten beiden Monate des Jahres noch sehr hohe Zuwachsraten in beiden Marktsegmenten zeigten – vor allem der Februar war stark –, fiel die Zuwachsrate im März in den negativen Bereich.

In den Klinken zeigte sich eine Umsatzsteigerung von 9,8 Prozent im Januar und 14 Prozent im Februar, bevor es im März mit -5 Prozent einen substanziellen Rückgang gab. Ähnlich die Zahlen mit Apothekensegment mit 9,4 Prozent und 14 Prozent im Januar und Februar und -3 Prozent im März. Die Menge nach Zähleinheiten erhöht sich in der Klinik und im Apothekensegment nach gleichem Muster: Steigerungen in den beiden ersten Monaten zeigt sich der März beim Vorjahresvergleich mit deutlich negative Entwicklungsraten (-9 % im Apothekensegment, -5,4 % im Kliniksegment).

Q1 Marktbericht Arzneimittel IQVIA für den Gesamtpharmamarkt

Höhere Arzneimittelausgaben bei der GKV

Der Apothekenmarkt verbucht im ersten Quartal 2024 kumuliert ein leichtes Umsatzwachstum von fast zehn Prozent im Vergleich zum Q1 2023, was einem Wert von 12,7 Mrd. Euro entspricht. Hierbei spielt der gesunkene Hersteller-Abschlag für patentgeschützte Präparate und patentfreie Arzneimittel ohne Generika-Konkurrenz eine Rolle, unterstreicht IQVIA. Im Jahr 2023 lag der Abschlag bei zwölf Prozent ab dem ersten Januar 2024 dann wieder bei sieben Prozent.

Auch die GKV-Arzneimittelausgaben kletterten in die Höhe – alleine in den ersten drei Monaten des Jahres auf 13,8 Milliarden Euro, was einem Plus von 9,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Innerhalb der zehn umsatzstärksten Arzneimittelgruppen im GKV-Markt der ersten drei Monate 2024 legte die Gruppe der SGL-2 Hemmer Antidiabetes am stärksten zu (+36 Prozent) zu. Einen weiteren zweistelligen Zuwachs nach Wert gibt es bei den cytostatischen Hormonantagonisten (+20,6 Prohent), den MAB Antineoplastika (+17 Prozent) sowie Interleukin Inhibitoren (+19,3 Prozent). Von den zehn absatzstärksten Produktgruppen im GKV-Markt weisen die Lipidregulatoren mit 13,7 Prozent Zuwachs im Vergleich zu Q1 2023 den höchsten Absatz aus.

Die Einsparungen der gesetzlichen Krankenversicherung durch Herstellerzwangsabschläge und Rabatte aus Erstattungsbeträgen belaufen sich in den ersten drei Monaten des Jahres 2024 auf rund 2,3 Milliarden Euro (-3 Prozent). Auch für die privaten Krankenversicherungen sinken die Einsparungen durch Herstellerzwangsabschläge und Rabatte aus Erstattungsbeträgen. Dieses berechnete Volumen beläuft sich im ersten Quartal 2024 auf 325 Mio. Euro (-2 Prozent). Allerdings wurden hier spätere Einreichungen oder Beihilfeleistungen noch nicht berücksichtigt.

GKV-Arzneimittelmarktbericht IQVIA

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