Soti-Umfrage: Altsysteme verzögern digitale Transformation

by | Jun 28, 2024

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Neue und bessere Technik könnte die Patientenversorgung verbessern, glaube 85 Prozent der befragten IT-Verantwortlichen im Gesundheitswesen. Doch diese neuen Technologien sind nur selten im Einsatz – vor allem in Deutschland. Das verzögert die digitale Transformation. 

  

Wie weit ist Digitalisierung im Gesundheitswesen vorgedrungen? Dieser Frage geht der Enterprise-Mobility-Anbieter Soti in seiner aktuellen Umfrage „Digitales Gesundheitswesen – endlich Durchbruch oder erneuter Stillstand“ nach. Befragt wurden dafür weltweit zwischen dem 7. Und 25. März 2024 1.450 IT-Entscheidungsträger aus der Gesundheitsbranche. Was erschreckend ist: Organisationen verlieren laut Umfrage 3,9 Stunden pro Woche pro Mitarbeiter durch den Ausfall von Altsystemen. Im letzten Jahr waren es 3,4 Stunden pro Woche pro Mitarbeiter.

Und so wundert es auch nicht, dass 85 Prozent der Befragten davon überzeugt sind, dass neue oder bessere Technik benötigt wird, um die Patientenversorgung zu verbessern. 86 Prozent sagen, ihre Organisation würde von einer besseren Vernetzung der Geräte profitieren. Und 85 Prozent sind der Meinung, KI könnte helfen, Aufgaben zu vereinfachen – wobei nur 23 Prozent bisher KI wirklich auch breit in ihrer Organisation nutzen.

Technologie nicht zuverlässig, Sicherheitsniveau bedenklich

Was die Ergebnisse allerdings auch zeigen: 67 Prozent der Befragten haben regelmäßig Probleme mit ihren IoT- und Telemedizingeräten, was zu Verzögerungen bei der Patientenversorgung führt – was allerdings auch damit zusammenhängen könnte, dass fast zwei Drittel bestätigen, dass sei derzeit veraltete Technologien verwenden. Vor zwei Jahren waren es nur 46 Prozent. Entweder reden wir hier also von einem rasanten Technologiesprung oder aber einer veränderten Wahrnehmung der Befragten. Die Realität ist vermutlich eine Kombination aus beidem. Besonders extrem ist die Verwendung überholter Technologien in Deutschland mit 81 Prozent der Befragten, die dieser Aussage zustimmen.

Und auch die Schattenseiten der zunehmenden Digitalisierung werden weltweit deutlich(er) wahrgenommen. So berichten die IT-Verantwortlichen, dass alle Formen von Cybervorfällen in diesem Jahr bisher häufiger aufgetreten sind als noch vor einem Jahr. Sowohl mit Datenschutzverletzungen (2023: 33 Prozent) als auch Datenlecks (2023: 38 Prozent) mussten sich bisher schon 45 Prozent der Befragten beschäftigen. Entsprechend sind auch die Bedenken hinsichtlich der Datensicherheit mit 23 Prozent wieder in etwa auf das Niveau von 2022 (24 Prozent) gestiegen. Im vergangenen war es nur für 16 Prozent der Befragten das wichtigste IT-Problem, mit dem sie sich auseinandersetzen mussten.

Deutscher Datenschutz: Pain und Gain

Interessant ist, dass hinsichtlich der Datensicherheit in Deutschland deutlich weniger der IT-Verantwortlichen (15 Prozent) besorgt sind als im globalen Schnitt oder im Vergleich zum angelsächsischen Raum. In Großbritannien, Kanada und den USA ist die Datensicherheit mit 33, 31 und 30 Prozent für deutlich mehr IT-Verantwortliche eine Herausforderung. So schmerzhaft die strengen Regeln hierzulande mitunter auch sein mögen, sie zeigen offensichtlich Wirkung.

Weltweit ist der Diebstahl von Patientendaten bei einem Cyberangriff (42 Prozent) die größte Sorge, gefolgt von Reputationsschäden und den finanziellen Folgen einer Datenschutzverletzung. Auch hier sind die Angelsachsen (USA: 50 Prozent, UK: 49 Prozent, Kanada 46 Prozent) wieder deutlich stärker alarmiert als die Europäer (Niederlande und Frankreich 37 Prozent, Deutschland 29 Prozent).

Größtes Sicherheitsproblem in Deutschland: Mitarbeiter

Was in Punkto Datenschutz und -sicherheit in Deutschland außerdem auffällt: Mitarbeiter werden als größtes Sicherheitsproblem identifiziert – egal ob versehentlich (47 Prozent) oder vorsätzlich (44 Prozent). Weltweit sagen das bei versehentlichen Datenlecks durch Mitarbeiter 45 Prozent, bei vorsätzlichen Datenlecks 34 Prozent. Geringer ist hierzulande hingegen die Sorgen vor Datenschutzverletzungen durch eine externe Quelle mit 38 Prozent (weltweit 45 Prozent) oder einem DDos-Ransomware-Angriff 40 Prozent (37 Prozent international).

Die Ergebnisse dieses Jahres unterstreichen die Notwendigkeit intelligenterer Lösungen, um den Übergang von alt zu neu zu unterstützen und den Integrationsprozess zu erleichtern, attestiert man bei Soti. Auf die Frage nach den dringendsten Bedenken entfallen insgesamt 62 Prozent auf folgende Antworten: Bedenken bezüglich Sicherheit, zu hoher Zeitaufwand für die Behebung kleiner Probleme, Verwaltung der Sicherheit gemeinsam genutzter Geräte sowie Probleme mit Altsystemen. Zu wissen, wo, wann und wie häufig diese Geräteprobleme auftreten und in der Lage zu sein, sie aus der Ferne zu identifizieren und zu beheben, wäre ein großer Schritt vorwärts, um die Patientenversorgung zu beschleunigen und IT-Zeit für die Behebung anderer IT-Probleme freizugeben, ist man bei Soti überzeugt.

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Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
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Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
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Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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