Solides erstes Quartal für CompuGroup

by | May 8, 2024

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Den leichten Umsatzrückgang begründete man in Koblenz mit einem nötigen Konnektorenwechsel für die TI. Ansonsten halte man an den Zielen für das Geschäftsjahr fest.

 

Einen Umsatzrückgang kommunizieren zu müssen, ist kein guter Start in ein neues Geschäftsjahr, weshalb Michael Rauch, CEO der CompuGroup Medical SE &Co. KGaA, kurz CGM, auch mit deutlich erfreulicheren Themen in die Kommunikation zu den Q1 Zahlen 2024 startete: „Endlich sehen wir eine deutliche Zunahme des Verkehrs mit elektronischen Gesundheitsdokumenten in unseren Märkten. Wir haben im ersten Quartal gute Fortschritte gemacht und unterstützen unsere Kunden auf ihrem Weg der zunehmenden Digitalisierung, um eine vollständig digitale Patientenreise zu ermöglichen.”

Dennoch ist der Umsatzrückgang von zwei Prozent im ersten Quartal 2024 nicht wegzudiskutieren, könne allerdings mit Einmaleffekten aus der Telematikinfrastruktur begründet werden. Hier hätte der Konzern Hardware, genauer gesagt Konnektoren, tauschen müssen. Bereinigt wäre unterm Strich ein organisches Wachstum von drei Prozent herausgekommen, heißt es aus Koblenz.

Viele Wiederkehrende Umsätze

Positiv müssen zudem die wiederkehrenden Umsätze gewertete werden, die auf 75 Prozent anstiegen. Ferner war die CompuGroup auch einer der Profiteure der E-Rezept-Einführung in Deutschland. Mehr als 30 Prozent aller E-Rezepte seien in den ambulanten Informationssystemen von CGM ausgestellt worden, vermeldet der Konzern. Die gestiegene Anzahl elektronischer Gesundheitsdokumente, die Rauch betonte, hat sich vor allem auf dem französischen Markt positiv auf das Quartalsergebnis ausgewirkt. Hier seien 41 Prozent aller im März erstellen Dokumente aus den CGM-Systemen erstellt worden. Und auch das Interesse an der Krankenhauslösungen sei hoch – vor allem in Deutschland, wo man weiterhin die aus dem KHZG resultierenden Aufträge abarbeite.

Den Verschuldungsgrad konnte CGM auf das 2,8-fache des bereinigten EBITDA reduzieren, das um ein Prozent auf 61 Millionen Euro anstieg. Der freie Cashflow lag in den ersten drei Monaten bei 59 Millionen Euro. Die mittelfristigen Ziele für 2025, die ursprünglich im September 2021 kommuniziert wurden, nahm der Konzern zurück. An den Zielen für 2024 wolle man aber festhalten: Ein Umsatzwachstum zwischen vier und sechs Prozent sowie ein bereinigtes EBITDA zwischen 270 und 310 Millionen Euro.

Aktie weiter auf „hold“

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung lag der Kurs der CompuGroup-Aktien bei 29,19 Euro, verlor dann aber bis Mittag rund fünf Prozent (27,72 Euro). Die Analysten von Jeffries halten dennoch an ihrem „hold“ für die Aktie sowie dem Kursziel von 32,50 Euro fest. Die Quartalszahlen lägen zwar unter den Erwartungen, das Festhalten am Jahresziel wertete man aber wohl als positives Signal.

 

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