Siemens Healthineers senkt Prognose für das Geschäftsjahr

von | Juli 31, 2026

Anhoren

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Trotz sehr guter Auftragslage belastet der Umbau des chinesischen Gesundheitssystems Siemens Healthineers im dritten Quartal. Zurückgezahlte US-Zölle retten die Bilanz.

 

Siemens Healthineers muss seine Wachstumsprognose für das Geschäftsjahr 2026 korrigieren. In Erlangen rechnet man nun nur noch mit einem Plus zwischen 3,5 und 4,0 Prozent, anstatt wie bisher mit einer Spanne zwischen 4,5 und 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Der Vorstandsvorsitzende Bernd Montag begründete die gesenkte Prognose mit einem Rückgang in der Sparte Diagnostics. 5,5 Prozent oder eine Milliarde Euro weniger im dritten Quartal stehen in den Büchern. Vor allem der Umbau des chinesischen Gesundheitswesens habe zu dem erheblichen Umsatzrückgang geführt.

„Wir hatten eine großartige Auftragsdynamik. Unser synergetischer Kern zeigte sich sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis robust. Aufgrund der Umsatzschwäche von Diagnostics senken wir unseren Umsatz-Ausblick und heben gleichzeitig unsere Prognose für das Ergebnis je Aktie um die Zollrückerstattungen an“, führt Montag aus. Der Vorstandsvorsitzende bezieht sich auf den U.S. International Emergency Economic Powers Act, der für die Rückzahlung in Höhe von rund 200 Millionen Euro gesorgt habe. Entsprechend hebt der Konzern das bereinigte unverwässerte Ergebnis je Aktie nun auf eine Bandbreite zwischen 2,35 und 2,45 Euro. Erwartet waren bisher zwischen 2,20 und 2,30 Euro.

Wachstumstreiber Precision Therapie

Positiv ist hingegen die Umsatzentwicklung im Segment Precision Therapy. Hier verzeichnete Siemens Healthineers im dritten Quartal ein Plus von 9,2 Prozent auf rund 1,7 Milliarden Euro. Vor allem der US-Krebsspezialist Varian, den Siemens Healthineers im April 2021 übernommen hat, hat mit seinem Umsatzanstieg von über einer Milliarde Euro maßgeblich zu dem guten Ergebnis beigetragen. Der Umsatz im Segment Imaging wuchs im Q3 leicht um 2,3 Prozent auf rund drei Milliarden Euro.

Besondere Betonung legt man in Erlangen außerdem auf den Equipment-Auftragseingang, der den Equipment-Umsatz im dritten Quartal deutlich übertraf. Damit lag das Equipment-Book-to-Bill-Verhältnis bei ausgezeichneten 1,27.

Das bereinigte EBIT betrug im dritten Quartal rund 1,1 Milliarden Euro. Die bereinigte EBIT-Marge lag mit 19,1 Prozent über dem Vorjahresquartal. Der Gewinn nach Steuern lag bei 676 Millionen Euro und stieg damit gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 21,7 Prozent. Die Ertragsteuerquote lag bei 22,9 Prozent und damit unter der Steuerquote des Vorjahresquartals.

Das bereinigte unverwässerte Ergebnis je Aktie lag mit 0,70 € über dem Wert des Vorjahresquartals von 0,64 Euro. Die Zollrückerstattungen konnten die geringeren Ergebnisbeiträge aus dem operativen Geschäft sowie das im Vorjahresvergleich niedrigere Finanzergebnis mehr als kompensieren. Der sehr hohe Free Cashflow in Höhe von rund einer Milliarden Euro wurde durch Zollrückerstattungen zusätzlich begünstigt. Er lag damit deutlich über dem starken Vorjahresquartal.

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