Schwerer Cyberangriff auf Medizintechniker Boston Scientific

von | Sep. 1, 2026

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Wieder ein Cyberangriff auf einen Medizintechniker. Diese Mal geriet der US-Hersteller Boston Scientific ins Visier. Vor allem die globalen Lieferketten wurden empfindlich gestört.

 

Der US-Medizintechniker Boston Scientific ist Opfer eines schweren Cyberangriffs geworden. Der unbefugte Zugriff ist nach Angaben des Unternehmens selbst am 24. August erfolgt und einen Tag später entdeckt worden. Man habe gemeinsam mit dem US-Dienstleister Crowdstrike sofort Maßnahmen eingeleitet, sodass seit dem 25. August keine unbefugten Aktivitäten mehr beobachtet wurden, heißt es im letzten Update von Boston Scientific.

Was den Medizintechniker derzeit noch plagt, sind die globalen Lieferketten, die nach wie vor nicht vollständig wiederhergestellt werden konnten. Man arbeite jedoch zügig daran, noch in dieser Woche den Versand zumindest teilweise und für einige Produkte wiederaufnehmen zu können.

Man sei sich der Herausforderungen bewusst, die Vorfälle wie dieser für Kunden, Patienten und Lieferanten mit sich bringen können, und schätze die Geduld, das Vertrauen und die anhaltende Partnerschaft der Kunden, heißt es in dem Statement weiter.

Lokale System betroffen

Was Kunden und Patienten vor allem interessieren dürfte, sind die Auswirkungen auf die Geräte von Boston Scientific – vor allem jene zur Herzrhythmuskontrolle, darunter implantierbare Kardioverter-Defibrillatoren und Herzschrittmacher.

Grundsätzlich sind laut Angaben von Boston Scientific keine Auswirkungen für Patienten oder auf Netzwerke der Kliniken bekannt. Allerdings können bei Geräten, die nach dem 25. August implantiert wurden, die Kommunikationsmodule nicht aktiviert werden, sodass Gerätedaten erst dann an Fernpatientenmanagementsysteme übertragen werden, wenn die internen Systeme wiederhergestellt sind und die Geräte mit Heimüberwachungsgeräten gekoppelt werden können. Messwerte würden hingen weiterhin aufgezeichnet und übertragen werden, sobald die Kopplung erfolgt ist. Programmierabfragen und bereits aktivierte Fernüberwachungen seien nicht betroffen.

Wie weitreichend das gesamte Unternehmen beeinträchtig wurde, zeigt zudem ein Bericht des „Irish Examiner“. Demnach wurden alle Schichten im Werk im irischen Cork, wo 1.200 Mitarbeiter beschäftigt sind, für den 29. August abgesagt.

Auch die Aktie der Boston Scientific Corp. steht seit dem Cybersicherheitsvorfall noch einmal stärker unter Druck – obwohl die wenige Tage zuvor präsentierten Q2-Zahlen mit hohen Umsätzen und Gewinnen pro Aktie eigentlich positiv waren. Am Tag der Bekanntgabe des Angriffs fiel der Titel im vorbörslichen Handel um sechs Prozent auf 47,09 US-Dollar und gab dann noch einmal während der regulären Handelszeit um mehr als vier Prozent nach. Das verdeutlicht eindrucksvoll, wie schnell Cybervorfälle selbst bei stabilen Bilanzen den Aktienkurs beeinflussen können.

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