Schweizer wollen Einheitskasse

by | Jan 11, 2024

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Nachdem die Kosten für die Krankenversicherung in der Schweiz zum Jahreswechsel rasant gestiegen sind, will die Mehrheit der Eidgenossen den Wettbewerb abschaffen, zeigt eine Umfrage der Universität Basel.

8,7 Prozent mehr Prämie zahlen die Schweizer seit Jahreswechsel für ihre Krankenversicherung. Und das schmerzt offensichtlich, wie eine Umfrage der Universität Basel zeigt. Denn 68 Prozent der Befragten wollen das wettbewerbsorientierte Krankenkassensystem im Land zugunsten einer staatlichen Einheitskasse abschaffen. Auch eine Gesundheitssteuer als Ersatz für die Prämien genieße viel Sympathie, heißt es aus Basel. Lediglich 21 Prozent der Befragten glauben noch an das aktuelle System.

Es ist nicht das erste Mal, dass man in der Schweiz über eine staatliche Einheitskasse spricht. Bereits viermal wurde sie jedoch vom Stimmvolk abgelehnt. 1994 haben 77 Prozent dagegen gestimmt, bei der letzten Abstimmung 2014 waren es nur noch 61,5 Prozent. Die Umfrage des Basel Center for Health Economics suggeriert, dass eine erneute Abstimmung zugunsten der Einheitskasse ausfallen könnte.

Wobei man für unsere Nachbarn fast schon hoffen möchte, dass die Umfrageergebnisse mehr ein Ausdruck einer berechtigten Wut über die aktuelle Erhöhung der Prämien, denn eine ernstgemeinte Alternative sind. Denn dass eine staatliche Einheitskasse auf lange Sicht nicht zwingend der Weisheit letzter Schluss sein muss, beweist der britische National Health Service in seinem aktuellen, desolaten Zustand, über den Sir Michael Marmot vom Institute of Health Equity am University College London sagt, er sei ein Beispiel dafür, was man nicht tun sollte, um gesellschaftliche Ungleichheit zu verringern.

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