Seit 2020 lässt die Krankenversicherung CSS jedes Jahr den Gesundheitszustand der Schweizer erfassen. Die fünfte Auflage 2024 zeigt nun: Die Menschen fühlen sich noch immer weniger gesund als vor der Covid-Pandemie.
Ein hoher Leistungsdruck und daraus resultierendes Burn Out – über zwei Drittel der Schweizer fühlen sich müde und erschöpft. Lediglich 15 Prozent der Befragten schätzen ihren aktuellen Gesundheitszustand als gut ein. Das sei der niedrigste Wert seit Beginn der Gesundheitsbefragung im März 2020, die die Schweizer Krankenkasse CSS nun zum fünften Mal veröffentlicht hat. Vor allem die unter 36-Jährigen spüren laut Studie einen besonders großen Leistungsdruck. Aber gerade in dieser Altersgruppe gibt es auch Lichtblicke: Während 2022 noch 42 Prozent der Befragten angaben, dass es ihnen psychisch schlecht geht, sagen das in der aktuellen Umfrage nur noch 34 Prozent. Laut CSS könnte das ein Hinweis darauf sein, dass die psychische Krise in dieser Gruppe ihren Höhepunkt bereits überschritten hat.
Eine neue, stille Pandemie
Dennoch ist man bei der CSS besorgt und spricht sogar von einer neuen, stillen Pandemie. Der Vergleich über die letzten Jahre hinweg zeige nämlich, dass es sich hier um eine generelle Entwicklung handle: Die Menschen in der Schweiz fühlen sich 2024 deutlich weniger gesund als vor der Pandemie. In den letzten drei Jahren pendelte sich das Niveau auf einem konstant tiefen Wert ein: 35 Prozent der Bevölkerung fühlen sich krank oder nicht vollständig gesund – und das, obwohl die Schweizer sich durchaus mit ihrer Gesundheit beschäftigen. 44 Prozent der Befragten geben beispielsweise an, regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zu gehen. Doch während die ältere Bevölkerung die bestehenden gesundheitsfördernden Maßnahmen für ausreichend hält, wünscht sich die jüngere Generation mehr Unterstützung.
Auf die Frage, wer bezüglich Prävention in der Verantwortung steht, nennen 68 Prozent der Befragten das Individuum, gefolgt von der Politik (37 Prozent), den Krankenversicherern (31 Prozent) und Medizinern (30 Prozent). Generell bevorzugen die Befragten in der Gesundheitsprävention eher sanfte Interventionen, beispielsweise finanzielle Anreize für Bonusprogramme, als Verbote und Verpflichtungen.
Digitalisierung ein Schlüssel
Die Digitalisierung im Gesundheitswesen wird von einer Mehrheit als Schlüssel gesehen, um das Gesundheitswesen zu modernisieren. Mit 57 Prozent ist eine Mehrheit der Befragten bereit, ihre Daten zu teilen. Unterschiede ergeben sich vor allem nach Alter: Dreiviertel der über 65-Jährigen würden ihre Gesundheitsdaten freigeben, während die jüngere Altersgruppe (18 bis 35) mit 52 Prozent, zurückhaltender ist. Die größte Sorge aller Befragten ist mit 70 Prozent der Missbrauch von Gesundheitsdaten durch Dritte. Ob das volle Potenzial der Digitalisierung im Gesundheitswesen ausgeschöpft werden kann, hängt daher maßgeblich davon ab, ob der Balanceakt zwischen Fortschritt und Sicherheit gelingt – indem das Vertrauen durch klare, sichere und transparente Rahmenbedingungen gestärkt wird, glaubt man bei der CSS.


