Das schweizerische Gesundheitsobservatorium Obsan hat einen Bericht veröffentlicht, wonach sich der Fachkräftemangel insbesondere in der Krankenpflege bis 2034 massiv verschärfen wird.
Es sind deutliche Zahlen, die auch in anderen europäischen Ländern aufhorchen lassen sollten: Das schweizerische Gesundheitsobservatorium Obsan hat einen neuen Report zum Fachkräftemangel in der Pflege veröffentlicht. Demnach wird schon 2034 die Deckungsquote, also jene Stellen, die durch einheimischen Nachwuchs besetzt werden können, nicht mehr über 55 Prozent liegen.
Die Experten bei Obsan haben zwei Hauptfaktoren identifiziert, die die Fachkräftelücke erklären können. Zum einen müssen Gesundheitseinrichtungen in der Schweiz fast ein Drittel ihres Personals ersetzen, das bis 2034 au dem Sektor ausgeschieden sein wird. Zum anderen führt die ebenfalls demografisch bedingte Alterung der Bevölkerung dazu, dass der Pflege- und damit der Personalbedarf steigen.
Vorzeitiger Berufsausstieg
Dass Schweizer Gesundheitseinrichtungen in den kommenden Jahren einen so dermaßen großen Anteil an Pflegefachkräften ersetzen müssen, liegt laut Obsan auch daran, dass viele von ihnen vorzeitig aus dem erlernten Beruf aussteigen. Unmittelbar nach der Berufsausbildung liegt der Anteil der Absolventen, die auch in der Krankenpflege arbeiten, laut Auswertung noch bei 75 Prozent. Mit 40 Jahren arbeiten dann allerdings nur noch 47 Prozent der Pflegekräfte auch noch in ihren erlernten Beruf. Heißt laut Obsan auf die kommenden Jahre übertragen: Ein wesentlicher Teil zukünftiger Absolventen wird das Berufsfeld Pflege frühzeitig verlassen oder außerhalb einer Gesundheitseinrichtung tätig sein.
Dessen ist sich auch der Schweizer Pflegeverband (ASI) bewusst und schreibt in einer Stellungnahme, dass es gelingen müsse, diplomierte Pflegekräfte im Beruf zu halten. Dazu brauche es überall bessere Arbeitsbedingungen. In Richtung Politik heißt es weiter: „Die Umsetzung der zweiten Etappe der Pflegeinitiative bietet den politischen Entscheidungsträgern eine einmalige Gelegenheit, den Personalmangel wirksam zu bekämpfen und die Rahmenbedingungen gezielt zu verbessern.“
Auch die Gewerkschaft des öffentlichen Dienstes (SSP) sprach von einer besorgniserregenden Entwicklung: Sie fordert einen Kurswechsel, um ausreichend Personal sowie akzeptable Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.



