Schweiz: Mit höherem Selbstbehalt zu niedrigen Krankenkassenprämien?

von | Sep. 11, 2024

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Eine Studie des Schweizer Krankenversicherers Helsana zeigt: Mit einem höheren Selbstbehalt ließe sich die Aufwärtsspirale bei den Versicherungsprämien deutlich abmildern

 

Bei unseren Schweizer Nachbarn brodelt es schon länger. Die Kosten für das Gesundheitssystem sind hoch und entsprechend verkündet der Bund jedes Jahr einen Anstieg der Krankenkassenprämien. Jetzt Ende September müssen die Eidgenossen wohl mit einer weiteren Erhöhung von rund fünf Prozent rechnen, nachdem es bereits in den beiden vergangenen Jahren um 8,6, respektive 5,4 Prozent nach oben ging.

Verschiedene Parteien hatten bereits unterschiedliche Initiativen zur Volksabstimmung gebracht, die dieser Aufwärtsspirale entgegenwirken sollten. Allerdings gab es von den Schweizern trotz aufgeheizter Stimmung jedes Mal ein Nein. Nun wagt sich der Krankenversicherer Helsana vor – und zwar mit einer Erhöhung der sogenannten Franchisen, der Selbstbeteiligung. Die sei seit 20 Jahren unverändert bei 300 Franken. Allerdings könnte bereits eine Eigenleistung von 500 Franken (rund 535 Euro) pro Versicherten pro Jahr ein Einsparpotenzial von bis zu 1,2 Millionen Franken (umgerechnet knapp 1,28 Millionen Euro) bringen. Pro Erwachsene entspräche das einem Prämienrückgang von bis zu 160 Franken pro Jahr.

„Die Gesundheitsausgaben haben sich in den letzten 20 Jahren verdoppelt, während die Mindestfranchise bei 300 Franken stagniert. Um das Wachstum der Gesundheitsausgaben zu bremsen, braucht es eine stärkere Selbstbeteiligung der Versicherten,“ ist Stefan Felder, Professor für Gesundheitsökonomie an der Universität Basel überzeugt. Der Ökonom Felder hat gemeinsam mit seinen Kollegen Stefan Meyer und Kurt Schmidheiny die Daten der Helsana ausgewertet und im Report „Einkommen & Prämien“ die daraus gewonnen Erkenntnisse zusammengefasst. Helsana ist der größte Krankenversicherer der Schweiz, bei der jede sechste Person versichert ist. Im Kundenbestand gäbe es viele Personen, die entweder die 300 oder 500 Franken Selbstbehalt haben.

Laut den Analysen passen die Versicherten ihr Verhalten an, wenn sie einen höheren Anteil selbst bezahlen müssen. Personen mit der 500er-Selbstbehalt fragen rund 200 Franken weniger Gesundheitsleistungen pro Jahr nach als Versicherte mit dem aktuellen Mindestfranchise. Verglichen wurden dabei Personen mit ähnlichem Gesundheitszustand, Alter oder Einkommen. Die Autoren bezeichnen dies als „ökonomischen Spareffekt“: Dank den Verhaltensanpassungen sinken die Gesundheitskosten.

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