Schwedische Forscher entwickeln Epilepsie-Rechner

von | Nov. 12, 2024

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Das Risiko nach einem venösen Schlaganfall an Epilepsie zu erkranken ist hoch. Wie hoch genau kann ein neuer Rechner vorhersagen, den schwedische Forscher entwickelt haben.

 

Forscher der Universität Göteborg haben einen praktischen Rechner entwickelt, der das Epilepsierisiko nach einem venösen Schlaganfall vorhersagen kann. Ziel ist es, die Versorgung der Betroffenen, bei denen es sich überwiegend um junge Erwachsene handelt, zu verbessern.

Ein Blutgerinnsel im zerebralen Venensystem (zerebrale Venenthrombose) ist zwar eine seltene, aber wichtige Ursache für einen Schlaganfall. Vor allem Frauen im Alter zwischen 20 und 50 Jahren sind betroffen und bei einem von drei Patienten kommt es in der akuten Phase zu einem Anfall. Die Vorhersage, wer ein hohes oder niedriges Risiko für wiederkehrende Anfälle, also Epilepsie, hat, war bisher kompliziert.

Im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit zwischen fünfzehn Zentren auf drei Kontinenten haben Forscher der Sahlgrenska-Akademie an der Universität Göteborg und des Sahlgrenska-Universitätskrankenhauses nun einen praktischen Rechner entwickelt, mit dem das Risiko, zu Beginn der Krankheit an Epilepsie zu erkranken, schnell berechnet werden kann. Die Ergebnisse der multizentrischen Studie wurden jetzt in der Fachzeitschrift Jama Neurology vorgestellt. Außerdem ist das Instrument frei verfügbar.

Wichtig für die Vorhersage von Nachwirkungen

„Der Rechner sagt das Epilepsierisiko auf Grundlage von Faktoren voraus, die in der klinischen Routine bereits bei der Einlieferung in ein Krankenhaus zur Verfügung stehen, so dass keine zusätzlichen Tests oder Untersuchungen erforderlich sind“, erklärt Erstautor der Studie Erik Lindgren Bogdanoff. Er ist Forscher an der Abteilung für klinische Neurowissenschaften der Sahlgrenska-Akademie der Universität Göteborg und Assistenzarzt in der Neurologie des Sahlgrenska-Universitätskrankenhauses.

Gerade für die von einer Sinusthrombose Betroffenen sei es sehr wichtig zu wissen, wie die Folgen aussehen, sagt der Wissenschaftler: „Bisher konnten wir nicht vorhersagen, welche Patienten das höchste Risiko haben, nach einer Hirnvenenthrombose eine Epilepsie zu entwickeln.“ Bei einem hohen prognostizierten Risiko für künftige Anfälle kann in Absprache zwischen Arzt und Patient eine vorbeugende medikamentöse Behandlung erwogen werden.

Lindgren Bogdanoff betont, dass sich Epilepsie zwar negativ auf die Lebensqualität auswirken kann, die meisten Menschen jedoch in der Lage sind, ihr Leben auch mit der Diagnose Epilepsie normal weiterzuführen. Ohne die richtige Behandlung können die Anfälle jedoch so schwerwiegend sein, dass sie einen Krankenhausaufenthalt erfordern. Die Hoffnung des Teams ist es, dass der Rechner von Ärzten weltweit genutzt wird, um Behandlungsentscheidungen zu unterstützen oder Patienten über Risiken zu informieren, und dass er in künftigen Studien zur präventiven Behandlung mit Medikamenten eingesetzt werden kann.

Versorgung verbessern

In ihrer Studie stützen sich Lindgren Bogdanoff und sei Team auf Registerdaten des International Cerebral Venous Thrombosis Consortium (ICVTC). Außerdem wurden die Ergebnisse inzwischen in zwei weiteren unabhängigen Registern bestätigt: dem US-amerikanischen ACTION-CVT und der israelischen CVT-Studie. Insgesamt wurden die Daten von über 2.000 Personen analysiert.

„Die Einbeziehung von Forschungsteilnehmern und eine umfassende internationale Zusammenarbeit waren die Voraussetzung dafür, dass wir trotz der Seltenheit dieser Erkrankung genügend Daten erhalten und die Studien durchführen konnten“, erläutert der Erstautor. Die Ergebnisse seien nun ein Schritt hin zu einer stärker personenzentrierten Versorgung junger Menschen, die von einem Schlaganfall betroffen sind, ist Erik Lindgren Bogdanoff überzeugt.

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