MDax-Aufsteiger Schott Pharma liefert gute Jahreszahlen. Den Börsenkurs beflügeln die jedoch nicht. Die Aktie dreht kurzfristig ins Minus.
Starkes Wachstum, Rekordmarge und ein guter Jahresendspurt – bei Schott Pharma gibt man sich sichtlich zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2024. Alle Ziele sind erreicht, heißt es aus Mainz, einschließlich der angehobenen Umsatzprognose. Währungsbereinigt stehen am Ende zwölf Prozent Umsatzwachstun und eine EBITDA-Marge von 27,8 Prozent. Vor allem im vierten Quartal lagen der Umsatz mit 237 Millionen Euro und einer EBITDA-Margen von 27,9 Prozent deutlich über dem Vorjahr. Insgesamt kann Schott Pharma auf einen Umsatz von 957 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2024 zurückblicken. Was den MDax-Aufsteiger besonders freut: Der Umsatzanteil der margenstarken High-Value-Lösungen ist auf 55 Prozent angewachsen.
„Die starken Ergebnisse belegen, dass wir die Bedürfnisse des Marktes auch in volatilen Zeiten sehr gut verstehen und in der Lage sind, uns schnell und flexibel anzupassen. Mit unseren innovativen Lösungen konnten wir langfristige Markttrends bedienen und so erneut eine führende Rolle in der Branche einnehmen“, sagte Andreas Reisse, CEO von SCHOTT Pharma.
Profiteuer der Abnehmspritze
Vor allem der Boom um die sogenannten Abnehmspritzen ist derzeit einer der Hauptreiber hinter dem Umsatzwachstum von Schott. Im vierten Quartal habe man im Segment Drug Delivery Systems den höchsten Quartalsumsatz verzeichnen können – vor allem dank der starken Nachfragen nach vorfüllbaren Spritzen und hier insbesondere Glasspritzen. Im gesamten Geschäftsjahr belief sich der Umsatz im DDS-Segment auf 439 Millione Euro, was einem Anstieg von 28 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht (währungsbereinigt: 26 Prozent). Hier liegt auch der Grund für den margenstarken Umsatzanteil.
„Dank eines starken Jahresendspurts schließen wir unser Geschäftsjahr mit sehr guten Ergebnissen ab und konnten all unsere Ziele für 2024 erreichen. Damit schaffen wir eine solide Grundlage, um unsere mittelfristigen Ziele zu erreichen“, sagt Dr. Almuth Steinkühler, CFO von SCHOTT Pharma. Das Geschäftsjahr 2025 werde ein Jahr der Balance, in dem man kurzfristige Marktvolatilität mit Wachstumsprojekten ausgleichen müsse. „Mit unserer profitablen Wachstumsstrategie bleiben wir sehr zuversichtlich hinsichtlich unserer Prognose für 2025 und unseren mittelfristigen Zielen“, ist Steinkühler dennoch überzeugt.
2025 im Zeichen von Wachstum
Für das kommende Geschäftsjahr erwartet man bei Schott Pharma weiteres Wachstum gerade bei den margenstarken Produkten und entsprechend auch mit einem währungsbereinigten Umsatzwachstum um hohen einstelligen Bereich. Die EBITDA-marge soll auf einem ähnlich hohen Niveau liegen wie im aktuellen Geschäftsjahr. Das war den Anlegern als Ausblick zunächst offenbar nicht positiv genug und der Aktienkurs brach leicht ein, erholt sich nun aber tendenziell wieder.
An die Prioritäten bei Schott Pharma ändert das ohnehin nichts. Innovation und Expansion sind die strategischen Ziele. Und man wolle natürlich von den intakten Markttrends profitieren, zu denen GLP1, mRNA, Homecare sowie subkutane Medikamente zählen.



