Schott Pharma mit gutem zweiten Quartal

by | Jun 27, 2024

Schott Pharma CEO Andreas Risse und CFO Dr. Almuth Steinkühler

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Trotz zweistelligem Wachstum im zweiten Quartal bleibt die Frage, ob Schott Pharma der Wachstumseuphorie zum Börsengang langfristig gerecht werden kann.

Die Ergebnisse im zweiten Quartal 2024 von Schott Pharma sind ohne Frage gut. Der Umsatz wuchs währungsbereinigt um elf Prozent auf 247 Millionen Euro (Q2 2023: 224 Millionen Euro). Allerdings ging das EBITDA und damit die EBITDA-Marge leicht von 30,7 auf 27 Prozent zurück. Schuld seien die Anlaufkosten neuer Produktionslinien im Rahmen des laufenden Kapazitätsausbaus, weshalb der Rückgang kalkuliert gewesen sei, sagt CEO Andreas Risse: „Die Nachfrage nach unseren Produkten ist im bisherigen Verlauf des Geschäftsjahres 2024 hoch geblieben. Dies unterstreicht nicht nur unser Wachstumsvorhaben, sondern zeigt auch, dass die Marktdynamik intakt ist.“ Risse betont zudem die langfristige Partnerschaft mit Kunden und das breite Portfolio, mit dem man am Markt bestens positioniert sei – vor allem bei den attraktiven injizierbaren Medikamenten.

Worauf der Manager anspielt, sind hier vor allem die sogenannten Abnehmspritzen der großen Pharmakonzerne, die dieser Tage schon so manchen Börsenrausch ausgelöst haben. Allerdings ist der Markt in diesem Segment bisher auch sehr begrenzt, weshalb die Frage ist, ob die Wachstumseuphorie, die mit dem Börsengang von Schott Pharma im September letzten Jahres ausgelöst wurde, dem Realitätscheck langfristig auch standhalten wird.

CFO Dr. Almuth Steinkühler ist dennoch zuversichtlich: „Wir haben gute Quartalsergebnisse erzielt und sind zufrieden, insbesondere mit der starken Dynamik unseres Umsatzwachstums. Vor allem die große Nachfrage nach unseren margenstarken Spritzen war ein wesentlicher Treiber unseres Gesamtwachstums. Nach Abschluss des ersten Halbjahres haben wir unseren HVS-Umsatzanteil auf 53 % erhöht und sind auf einem guten Weg, unser Wachstumsziel in diesem Bereich für 2024 zu übertreffen.”

Geschäftsfelder erweitern

Dennoch sieht wohl auch die Führung von Schott Pharma ein gewisses Risiko in der Abhängigkeit weniger GLP1-Produzenten und will sich künftig breiter aufstellen. So habe man die Entwicklung einer vielversprechenden Anwendung für vorfüllbare Polymerspritzen vorangetrieben. Dabei gehe es um die Verabreichung von Medikamenten in großen Mengen, heißt es von Schott Pharma. Und auch die kürzlich bekannt gegebene Kooperation mit KORU Medical Systems im Bereich der großvolumigen subkutanen Infusionstherapie sei vielversprechend.

Basierend auf der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2024 sei man zudem auf gutem Weg, die Jahresprognose von neun bis elf Prozent Umsatzwachstum und einer EBITDA-Marge etwa auf Vorjahresniveau zu erreichen, beides bei konstanten Wechselkursen. Die wichtigsten Wachstumstreiber für Schott Pharma bleiben die großen Pharmatrends, die das Unternehmen mit seinen Produkten bedient. Dazu gehören vor allem GLP-1, mRNA, Homecare, Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADCs), die subkutane Verabreichung von Medikamenten und die Umstellung der Fertigung von Pharmaunternehmen hin zur Nutzung abfüllfertiger (ready-to-use) Lösungen, die durch die Revision des EU–GMP-Annex-1-Richtlinie weiter vorangetrieben wird. Darüber hinaus entwickelt das Unternehmen weiterhin neue Lösungen, um injizierbare Medikamente sicher aufzubewahren und zu verabreichen.

Schott Pharma hält zudem an seiner Prognose für das Geschäftsjahr 2024 und dem mittelfristigen Ausblick eines organischen Umsatzwachstums von mehr als zehn Prozent CAGR und einer EBITDA-Marge im niedrigen 30 %-Bereich bei konstanten Wechselkursen fest. Die Investoren freuts. Die Aktie stieg heute um knapp neun Prozent.

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Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
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Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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