Schnellere Anerkennung ausländischer Ärzte

by | Jun 24, 2024

Anhoren

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Das Land Niedersachsen beteiligt sich an der bayerischen Bundesratsinitiative zur beschleunigten Anerkennung von Ärzten mit ausländischer Ausbildung. Einen entsprechenden Beschluss zur Mitantragsstellung fasste die Landesregierung heute in ihrer Kabinettssitzung.

 

Nun will auch Niedersachsen die Abschlüsse ausländischer Ärzte schneller anerkennen. Die Landesregierung hat heute in einer Kabinettssitzung beschlossen, sich an der bayrischen Bundesratsinitiative zu beteiligen. Damit reagiere Niedersachsen auf die seit mehreren Jahren steigenden Antragszahlen von Ärzten mit ausländischer Ausbildung, heißt es in einer Mitteilung. Denn oftmals gestalten sich die Anerkennungsverfahren sehr langwierig.

Genau das will die bayrische Bundesratsinitiative ändern. Sie fordert den Bund auf, die Verfahren so zu vereinfachen und auszugestalten, dass Digitalisierungs- und Standardisierungsmaßnahmen greifen und auch eine hohe Zahl an Anträgen bewältigt werden kann. Konkret soll bei zukünftigen Entscheidungen die sogenannte Kenntnisprüfung der dokumentenbasierten Gleichwertigkeitsprüfung vorgezogen werden, indem bundeseinheitliche Vorgaben geschaffen werden. Auch soll nach dem Wunsch der antragstellenden Länder durch eine Änderung der BÄO eine ausschließlich elektronische Einreichung von Unterlagen realisiert werden. Haben Antragstellende keine Möglichkeit, Straffreiheitsnachweise beziehungsweise Unbedenklichkeitsbescheinigungen aus dem Herkunftsland vorzuweisen, soll zudem alternativ eine eidesstattliche Erklärung nach deutschem Recht eingereicht werden können. Weiterhin spricht sich die gemeinsame Initiative dafür aus, die Zuständigkeit für die Entscheidung über den Approbationsantrag nach dem ersten Wohnsitz des Antragstellenden zu regeln. Somit sollen gleichzeitige Mehrfachantragstellungen verhindert werden.

„Die Anerkennung von ausländischen Abschlüssen gewinnt insbesondere im Hinblick auf den Fachkräftemangel zunehmend an Bedeutung“, kommentiert Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi. „Das vielerorts fehlende Personal stellt unser Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Wir müssen daher versuchen, Interessierte so schnell wie möglich in den Beruf zu bringen. Deshalb begrüße ich es ausdrücklich, dass sich Niedersachsen dieser Bundesratsinitiative anschließt und sich für effizientere Anerkennungsverfahren stark macht.“

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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