Von einem starken Jahresergebnis 2024 berichtet Pharmakonzern Roche heute – dank hoher Nachfragen nach Medikamenten und Diagnostika.
Die Nachfrage in den beiden Divisionen Pharma und Diagnostics war 2024 hoch. Entsprechend stark fällt das Jahresergebnis für Pharmakonzern Roche aus. Ein Plus von sieben Prozent bei den Konzernverkäufen – konstante Wechselkurse vorausgesetzt. Ohne Covid-19-Produkte wären die sogar bei neun Prozent gelandet und so verkünden die Schweizer auch direkt, dass ihr Ergebnis ab diesem Jahr nicht mehr durch Covid beeinflusst werde. Bei 60,5 Milliarden Franken liegt der Umsatz, was in Franken einem Plus von drei Prozent entspricht.
Bei einem genaueren Blick fällt auf, dass vor allem die Pharma-Sparte einen großen Beitrag zum insgesamt guten Konzernergebnis geleistet hat. Plus acht Prozent stehen hier in den Büchern – auch, weil Roche mit Vabysmo (schwere Augenkrankheiten), Phesgo (Brustkrebs), Ocrevus (multiple Sklerose) und Hemlibra (Hämophilie A) gleich eine ganze Reihe von Wachstumstreibern am Markt hat.
Die Diagnostics-Sparte war auch 2024 noch leicht von der geringen Nachfrage nach Covid-19-Tests belastet und so konnte man hier lediglich ein Plus von vier Prozent verzeichnen. Aber: Das Basisgeschäft sei intakt und zeige eine starke Wachstumsdynamik mit einem Plus von ebenfalls acht Prozent – insbesondere beflügelt von einer steigenden Nachfrage nach Lösungen für die Immundiagnostik, die Pathologie und die Molekulardiagnostik.
Viertes Quartal wieder stark
Was ebenfalls positiv stimmt: Im vierten Quartal setzte Roche sein starkes Wachstum fort. Zum dritten Mal in Folge lag das Umsatzplus bei neun Prozent. Damit konnten die Schweizer 2024 ihr Kernbetriebsergebnis um 14 Prozent steigern – auch, weil zu den starken Verkäufen eine verbesserte Bruttomarge und ein effektives Kostenmanagement kommt. Der Kerngewinn je Titel wuchs um sieben Prozent. Ohne den Effekt aus der Beilegung von Steuerstreitigkeiten im Jahr 2023 erhöhte er sich sogar um zwölf Prozent und übertraf damit die Gewinnprognose für 2024.
Allerdings sank das Konzerngewinn nach IFRS um 19 Prozent (26 Prozent in Schweizer Franken), hauptsächlich aufgrund von Wertminderungen auf Goodwill im Zusammenhang mit Flatiron Health und Spark Therapeutics.
Roche hatte Flatiron Health 2018 für 1,9 Milliarden US-Dollar übernommen. Im Sommer letzten Jahres sind erste Spekulationen über einen Verkauf aufgekommen, da die Umsätze des US-Krebsdatenspezialisten enttäuscht hätten. Bei Genspezialisten Spark Therapeutic sind die Schweizer 2019 eingestiegen.
Erneut höhere Dividende
Da viele Altlasten bei Roche beseitigt zu sein scheinen, dürfen sich auch die Anleger über einen Dividendenerhöhung auf 9,70 Schweizer Franken freuen, 0,10 mehr als im Vorjahr – übrigens die 38. Dividendenerhöhung in Folge.
Beim Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr ist man wie üblich verhalten. Zu konstanten Wechselkurse rechnet man in der Schweiz mit einem Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich, während der Kerngewinn je Titel im hohen Einstelligen Prozentbereich liegen soll.
Für das laufende Geschäftsjahr 2025 wagt sich Roche beim Ausblick wie üblich nicht zu weit aus dem Fenster. Das Management um CEO Thomas Schinecker geht zu konstanten Wechselkursen von einem Anstieg der Umsätze im mittleren einstelligen Prozentbereich aus. Der Kerngewinn je Titel soll im hohen einstelligen Prozentbereich steigen.


