Roche eröffnet Entwicklungszentrum für Gentherapie

by | Mar 20, 2024

(v.l.n.r.) Paul Wiggermann, Dr. Markus Haindl, Teresa Graham, Dr. Anna Bauer-Mehren, Dr. Hendrik Knötgen, Prof. Dr. Hagen Pfundner bei der Eröffnung in Penzberg / Quelle: Roche

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In Bayern steht das neue Entwicklungszentrum für Gentherapie des Schweizer Pharmakonzerns. Das Hauptaugenmerk des bisher in Deutschland einzigartigen Zentrums liegt auf Genvektoren

 

Penzberg bei München ist der Sitz des neuen Entwicklungszentrums für Gentherapie des Schweizer Pharmakonzerns Roche. Konkret sollen dort neue Therapiewirkstoffe entwickelt und für klinische Studien bereitgestellt werden. Die Vision von Roche: Seltene und schwere Erkrankungen im Idealfall mit nur einer Behandlung besiegen.

Im virtuellen Beisein des Bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder sowie international renommierter Vertretern aus Wissenschaft und Forschung sprach Werkleiter Paul Wiggermann bei der Eröffnung von einer „Schlüsseltechnologie für die moderne Medizin“ und einem „starken Zeichen“ für den Innovations- und Wirtschaftsstandort Penzberg. Auch Dr. Claudia Fleischer, Geschäftsführerin der Roche Diagnostics GmbH in Deutschland betont: „In der modernen Medizin ist die Gentherapie dabei, eine Revolution auszulösen. Hier in Penzberg wird Roche in Zukunft mit Hilfe dieser Technologie vollkommen neue und zielgerichtete Therapieformen für Patient:innen entwickeln:“ 

Deutliches Invest in Forschungsstandort Deutschland

Das neue Entwicklungszentrum ist nach Roche-Angaben in Deutschland bislang einzigartig. 90 Millionen Euro hat das Pharmaunternehmen damit in seinen Standort Penzberg investiert, was auch auf die „Nationalen Strategie für Gen- und Zelltherapien” der Bundesregierung einzahlt. Deren Ziel ist es, den Standorts Deutschland im internationalen Wettbewerb für die Entwicklung von Gentechnologie zu stärken.

Hauptaugenmerk in Penzberg liegt auf  der Forschung und Entwicklung von Genvektoren, die Basis für Gentherapien. Vereinfacht gesagt, werden dabei kranke beziehungsweise mutierte Gene ausgetauscht. Im Labor hergestellte DNA-Abschnitte oder therapeutische Gene mit korrekter Erbinformation werden in die betroffenen Körperzellen der Patienten eingeschleust. Genvektoren übernehmen dabei die Aufgabe von sicheren und zugleich effizienten Transportvehikeln, mit denen diese DNA-Abschnitte genau die Zellen erreichen, die sie reparieren sollen.

So könnten laut Roche durch eine gezielte Gentherapie nicht nur die Symptome einer Krankheit gelindert, sondern auch deren Ursache direkt therapiert werden – und das mit nur einer Behandlung. Dr. Fleischer unterstreicht das zukünftige Potenzial von Gentherapien und deren Nutzen für Patienten: „Die Gentherapie steht heute noch am Anfang ihrer Möglichkeiten. Roche entwickelt sie mit einer konsequent gelebten Innovationsstrategie kontinuierlich weiter, damit sie ihren hohen Nutzen für Patient:innen entfalten kann, für die es heute keine oder nur unzureichende Behandlungsmethoden gibt.“

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