Mit Rechenkapazität der Superlative will Pharmakonzern Roche die Entwicklung von Diagnostiklösungen und Therapeutika beschleunigen.
Es sei die größte bekannte GPU-Kapazität, über die ein Pharmaunternehmen verfügt, heißt es von Roche heute, als der Konzern die Erweiterung seiner globalen KI-Infrastruktur bekanntgibt. Für den Aufbau dieser eigenen KI-Fabrik – insgesamt sollen 2.176 Hochleistungs-GPUs an Standorten in den USA und Europa in die gesamte Wertschöpfungskette eingebunden werden – setzt der Pharmakonzern auf die neuste Generation von NVIDIA-Rechen- und KI-Lösungen. Damit verfüge man dann kombiniert On-Premise und in der Cloud über 3.500 Blackwell-GPUs von NVIDIA – mehr hat keiner. Roche arbeitete bereits seit 2023 „strategisch“ mit dem US-Chiphersteller zusammen.
„Im Gesundheitswesen ist Zeit der entscheidende Faktor; jeder gewonnene Tag bedeutet, dass ein lebensveränderndes Medikament oder ein Diagnosetool einen Patienten früher erreicht“, sagte Wafaa Mamilli, Chief Digital and Technology Officer bei Roche. „Unsere AI Factory verbindet erstklassige Rechenleistung mit der wissenschaftlichen Expertise von Roche, um KI in die gesamte Wertschöpfungskette zu integrieren – von der Entdeckung über die Entwicklung und Herstellung bis hin zur Vermarktung – und so die Art und Weise zu verändern, wie wir die nächste Generation von Medikamenten und Diagnostiklösungen bereitstellen.“
Hinter der KI-Fabrik von Roche verbirgt sich eine leistungsstarke Supercomputing-Plattform, die die digitale Transformation im gesamten Unternehmen vorantreiben soll. In der Forschung und Entwicklung erweitert die NVIDIA BioNeMo-Plattform das „Lab-in-the-Loop“ Konzept von Roche, bei dem biologische und chemische Experimente mit den KI-Modellen verknüpft werden. Dies helfe Wissenschaftlern, Hypothesen in großem Maßstab zu testen, den Fortschritt zu beschleunigen und Entdeckungen zu machen, die sonst nicht möglich wären.
In der Fertigung ermöglichen digitale Zwillinge – virtuelle Nachbildungen von Produktionslinien –, die auf NVIDIA Omniverse-Bibliotheken basieren, Ingenieuren dabei, Prozesse und Fabrikdesigns zu optimieren. In der Diagnostik ermöglichen beschleunigtes Computing und die NVIDIA Parabricks-Software Erkenntnisse aus riesigen Datensätzen. In der digitalen Pathologie scannen die Technologien eine große Anzahl von Bildern, um subtile Krankheitsmuster zu erkennen. Im Bereich Digital Health nutzt Roche NVIDIA NeMo Guardrails, um eine sichere und zuverlässige dialogorientierte KI auf Gesundheitsniveau zu gewährleisten.
„Unsere erweiterte Zusammenarbeit mit NVIDIA und die Einführung dieser KI-Fabrik stärken unsere Führungsposition in der KI-gestützten Wirkstoffforschung und -entwicklung weiter“, sagte Aviv Regev, Executive Vice President und Leiter von Genentech Research and Early Development „Durch die Bereitstellung der enormen Rechenleistung, die erforderlich ist, um unsere ‚Lab-in-the-Loop‘-Strategie – ein Bereich, in dem wir seit über fünf Jahren Pionierarbeit leisten – weiter auszubauen, können unsere Wissenschaftler ausgefeiltere prädiktive Modelle entwickeln und den Weg von biologischen Erkenntnissen zu lebensrettenden Medikamenten weiter verkürzen.“



