Das Fraunhofer IMTE eröffnet heute feierlich seinen Lübeck Innovation Hub for Robotic Surgery. Auch die Schleswig-Holsteinische Bildungs- und Wissenschaftsministerin Dr. Dorit Stenke war anwesend.
LIROS lautet die Abkürzung für den Lübeck Innovation Hub for Robotic Surgery, die die Fraunhofer-Einrichtung für Individualisierte Medizintechnik IMTE heute feierlich eingeweiht hat. Mit dabei waren unter anderem auch Dr. Dorit Stenke, Ministerin für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur, und der Präsidenten der Universität zu Lübeck, Prof. Dr. Helge Braun.
Laut Fraunhofer ist LIROS eine der modernsten Forschungs- und Transferinfrastrukturen für robotergestützte, automatisierte und KI-unterstützte chirurgische Verfahren in Deutschland. Die neue Einrichtung setzt am Stammsitz des Fraunhofer IMTE in Lübeck ein deutlich sichtbares Zeichen für die Medizin der Zukunft.
In dem OP-Reallabor werden in Zukunft modernste chirurgische Technologien, robotische Systeme und digitale Assistenzverfahren in einem realitätsnahen Umfeld zusammenführt. Forschungsteams, klinische Anwender und Industriepartner erhalten damit erstmals die Möglichkeit, neue chirurgische Systeme unter kontrollierten Bedingungen zu entwickeln, zu testen und hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit systematisch zu validieren.
Ministerin Dr. Dorit Stenke würdigte in ihrer Ansprache die Bedeutung dieser neuen Infrastruktur für das Land Schleswig-Holstein. „Mit LIROS entsteht in Lübeck ein Transferzentrum für Medizintechnik, das die Weiterentwicklung der chirurgischen Versorgung maßgeblich prägen wird. Robotik, Automatisierung und künstliche Intelligenz entfalten ihre Wirkung erst dann, wenn sie in realitätsnahen Szenarien erprobt werden.“
Innovationshub
LIROS soll vor allem dabei helfen, neue Methoden zu entwickeln, mit denen chirurgische Verfahren realitätsnah erforscht, trainiert und weiterentwickelt werden können. Dafür werden patientenspezifische anatomische Modelle, intelligente Assistenzsysteme und moderne Bildgebungstechnologien in einem kliniknahen Umfeld kombiniert. So entstehen Trainings- und Evaluationsszenarien, in denen komplexe Eingriffe reproduzierbar abgebildet und weiter verfeinert werden können. Die Forscherinnen und Forscher analysieren intraoperative Daten, entwickeln digitale und roboterassistierte Workflows und arbeiten an der zuverlässigen Vernetzung chirurgischer Geräte, um Sicherheit, Präzision und Effizienz im Operationssaal messbar zu erhöhen.
Die Arbeit im LIROS adressiert damit zentrale Herausforderungen der Medizin der Zukunft. Dazu zählen die Automatisierung einzelner Prozessschritte, die Entwicklung adaptiver Navigations- und Entscheidungsunterstützungssysteme sowie die technische und semantische Interoperabilität medizintechnischer Geräte.
Die neue Infrastruktur steht sowohl wissenschaftlichen Einrichtungen als auch Unternehmen, Start-ups und klinischen Partnern offen. Sie bildet damit einen überregionalen Knotenpunkt für die Entwicklung, Validierung und Translation moderner chirurgischer Technologien.



