Die jährlich veröffentlichten Zahlen des Robert Koch-Instituts zum Antibiotikaverbrauch in Kliniken zeigt, das nationale Ziel von weniger Einsatz ist weit entfernt.
Der Antibiotikaverbrauch in deutschen Krankenhäusern ist 2025 weitgehend unverändert gegenüber dem Vorjahr. Das unterstreichen nun die Zahlen des Robert Koch-Instituts, die jährlich veröffentlicht werden. Damit zeigt der Verbrauch aktuell keine Bewegung in Richtung des nationalen Ziels, den Gesamteinsatz von Antibiotika ambulant und stationär bis 2030 um neun Prozent gegenüber 2019 zu senken. Um das Ziel aus der nationalen Strategie zur Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen (DART 2030) bis 2030 zu erreichen, sind demnach weitere Anstrengungen notwendig, attestiert man beim RKI und bringt noch einmal das Antibiotic Stewardship ins Spiel. Dahinter verbirgt sich ein Konzept, das den gezielten und verantwortungsvollen Einsatz von Antibiotika verbessern soll.
Was die Zahlen hingegen nicht verraten: Wie weit entfernt Deutschland von seinem nationalen Ziel tatsächlich ist. Dafür benötigt man auch die ambulanten Daten, die zur World Antimicrobial Awareness Week Mitte November gemeinsam mit den stationären Daten über das Europäische Antibiotika-Verbrauchs-Surveillance-Netzwerk ESAC-Net veröffentlicht werden.
E.coli wird zum Problem
Bei den Resistenzdaten weisen erste Auswertungen darauf hin, dass insbesondere bei E.coli Resistenzen gegen die häufig eingesetzten Cephalosporine-Antibiotika der dritten Generation, eine Gruppe Breitbandantibiotika, ein weiter zunehmendes Problem darstellen. Behandlungsoptionen würden stark eingeschränkt, wenn diese Antibiotikaklasse nicht mehr wirksam ist, fürchtet man im RKI. Auswertungen zu den nationalen Resistenzzielen werden ebenfalls im November zur Welt-Antibiotikawoche veröffentlicht. Die aktuellen Resistenzdaten aus ARS selbst sind bereits jetzt abrufbar.
Dass die nationalen Ziele erreicht werden, sei hingegen wichtig. Denn: Antibiotika gehören zu den wichtigsten Arzneimitteln der modernen Medizin – und zu den am stärksten gefährdeten. Werden sie zu häufig oder falsch eingesetzt, verlieren sie ihre Wirkung: Bakterien werden resistent und Infektionen schwerer behandelbar. Antibiotikaresistenz verursacht in Europa jährlich schätzungsweise 35.000 Todesfälle, mehr als im europäischen Straßenverkehr.



