Richtige Pflege von Kontaktlinsen elementar

von | Dez. 5, 2024

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Eine Studie der Ernst-Abbe-Hochschule Jena belegt: Unsachgemäße Lagerung von weichen Kontaktlinsen kann sich auf Sehqualität und Tragekomfort auswirken.

 

Es gibt einen guten Grund, warum Kontaktlinsen – insbesondere weiche – ein umfangreiches Pflegeprogramm brauchen. Denn eine Studie der Ernst-Abbe-Hochschule Jena (EAH Jena) zeigt nun, dass deren unsachgemäße Lagerung etwa in Leitungswasser nicht nur zu schweren Augeninfektionen führen kann, sondern auch die Geometrie der Linsen deutlich verändert. Durch die Vergrößerung der Kontaktlinse und die Veränderung der Basiskurve, also der Krümmung, kann der Sitz am Auge beeinträchtigt werden, was sich zusätzlich negativ auf die Sehqualität und den Tragekomfort auswirkt. Die Studie unterstreicht damit die Notwendigkeit, bei der Aufbewahrung von Kontaktlinsen nur empfohlene Pflegemittel zu verwenden, um gesundheitliche Risiken zu vermeiden.

Weiche, wasserhaltige Kontaktlinsen, die monatlich durch ein neues Paar ersetzt werden, sind in Europa besonders beliebt. Diese Linsen werden in der Regel tagsüber getragen und nachts in speziellen Desinfektionslösungen gelagert. Dadurch werden sie einerseits gereinigt, vor allem aber werden Mikroorganismen abgetötet. Manchmal wird allerdings auch auf andere Lösungen zur Aufbewahrung zurückgegriffen – mit entsprechenden Folgen, die man in Jena aufgedeckt hat.

Umfangreiche Untersuchungen

Vor allem der Einfluss verschiedener Lösungen auf Durchmesser, Linsendicke und Basiskurve stand im Fokus der umfangreichen Laborstudie, die Lukas Sempf im Rahmen seiner Bachelorarbeit in Kooperation mit Jenvis Research durchführte. Betreut wurde die Arbeit von Prof. Wolfgang Sickenberger, Professor für Physiologische Optik und Optometrie an der EAH Jena und Leiter des Forschungsinstituts Jenvis Research, sowie Dr. Sebastian Marx, Laborleiter der Forschungsgruppe Jenvis Research.

Untersucht wurden jeweils 15 Kontaktlinsen aller Materialgruppen, also insgesamt 90 Kontaktlinsen, und sechs verschiedene Lösungen, darunter das Leitungswasser der Stadt Jena.

Leitungswasser vergrößert Durchmesser

Im Ergebnis zeigten sich in den handelsüblichen Kochsalzlösungen nur geringe Geometrieunterschiede im Durchmesser und in der Basiskurve der Kontaktlinsen. Alle blieben innerhalb der Toleranzgrenzen (nach DIN EN ISO 18369-2 von ± 0,2 mm). In Leitungswasser vergrößerte sich der Durchmesser der Kontaktlinsen von 14,1 mm auf bis zu 15,5 mm (Materialgruppe IV ionisch, über 50 Prozent Wassergehalt), also um 1,4 mm. Auch die Basiskurve der Kontaktlinsen vergrößerte sich um mehr als ein mm (1,091 ± 0,87 mm). Die Vergrößerung der Kontaktlinse sowie die Abflachung der Linsenkrümmung führen zu einer massiven Veränderung des Sitzes der Kontaktlinse am Auge. Darüber hinaus stellt die Keimbelastung auf einer weichen Kontaktlinse durch die Lagerung in Leitungswasser ein hohes Infektionsrisiko für das Auge dar. Leitungswasser ist daher weder zum Abspülen noch zur Aufbewahrung von weichen Kontaktlinsen geeignet.

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