Relyens Zukunftsbericht: Steigende Gesundheitskosten eine der größten Gefahren

von | Juni 19, 2026

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Eine aktuelle Studie von Relyens und Ipsos analysiert Risiken europäischer Gesundheitssysteme bis 2035. Insgesamt 25 Risiken wurden identifiziert.

 

 

Eine alternde Bevölkerung, steigende Gesundheitskosten, Personalmangel, Arbeitsüberlastung, Cyberbedrohungen – das sind die zentralen Herausforderungen für die Zukunft europäischer Gesundheitssysteme, zeigt der erste vom französischen Versicherer Relyens in Zusammenarbeit mit Ipsos veröffentlichte Zukunftsbericht. Dafür wurden rund 1.000 Führungskräfte sowie medizinische Fachkräfte in Frankreich, Spanien, Deutschland und Italien befragt.

Vor allem die alternde Bevölkerung als Herausforderung halten 73 Prozent der Befragten für sehr wahrscheinlich und 81 Prozent für gravierend. Ähnlich sieht die prozentuale Verteilung mit 72, respektive 80 Prozent bei Personalmangel und Arbeitsüberlastung aus. 71 Prozent halten steigende Gesundheitskosten für sehr wahrscheinlich, 78 Prozent für gravierend. Und bei Cyberbedrohungen sagen 60 Prozent, sie seien sehr wahrscheinlich und 75 Prozent, sie seien gravierend.

Die Folge sei vor allem eine mangelnde Patientensicherheit, glauben die Befragten. 72 Prozent sind beispielsweise überzeugt, dass der Personalmangel einen direkten negativen Einfluss auf die Sicherheit der Versorgung haben wird.

Erwartungshaltung ist negativ

Besonders deutlich zeigen die Umfrageergebnisse, dass die Beschäftigten im Gesundheitswesen auch für die Zukunft keine Besserung sehen. Im Schnitt sagen 25 Prozent dass der 5-Jahres-Ausblick stürmisch bis turbulent bleibt. Besonders pessimistisch ist man in Frankreich. Da sagen es 49 Prozent. In Deutschland sind es auch noch 34 Prozent, in Italien hingegen nur elf, in Spanien sogar nur acht Prozent. Deutlich pessimistischer werden die Befragten, wenn man den Betrachtungszeitraum von fünf auf zehn Jahre verlängert. Dann gehen im Schnitt 37 Prozent der Befragten von stürmischen bis turbulenten Bedingungen aus. In Frankreich sind es mit 57 Prozent sogar die Mehrheit, in Deutschland sind es 39 Prozent und auch in Italien und Spanien steigt der Anteil derer, die keine positiven Erwartungen haben, deutlich auf 31, respektive 21 Prozent.

Anpassungsdruck in Deutschland

Insgesamt hat der Bericht 25 Risiken für Krankenhäuser identifiziert. In Deutschland finden sich steigende Gesundheitskosten (78 Prozent), Personalmangel und Arbeitsüberlastung (72 Prozent) sowie eine alternde Bevölkerung inklusive der Zunahme chronischer Krankheiten (72 Prozent) auf den Top drei Positionen.

Dazu sagt Dirk Bednarek, Executive Director Relyens Deutschland: „Mit seiner föderalen Struktur und einem soliden Krankenhaus-Netzwerk ist das deutsche Gesundheitssystem nach wie vor leistungsfähig, steht jedoch unter zunehmendem Anpassungsdruck.“ Das würde sich auch an den Antworten der Führungs- und Fachkräfte zeigen, die sich insbesondere über die finanzielle Nachhaltigkeit des deutschen Gesundheitswesens Sorgen machten. „Auch wenn technologische Innovationen und Digitalisierung als wegweisend für die Zukunft angesehen werden, erfolgt die Umsetzung weiterhin nur in kleinen Schritten, da sie durch komplexe Vorschriften, vielfältige IT-Standards und anhaltende Sparmaßnahmen gebremst werden.“

Der wirtschaftliche Druck zwinge die Einrichtungen oft dazu, dem finanziellen Gleichgewicht gegenüber der Transformation den Vorrang einzuräumen. Die Quintessenz für Bednarekt lautet daher: „Deutschland steht für ein resilientes System, das sich jedoch nur langsam reformiert: robust in Krisenzeiten, aber nach wie vor träge in Bezug auf strukturelle Veränderungen. Seine Zukunft hängt von der Fähigkeit ab, die Herausforderungen in den Bereichen Mensch, Technologie und Governance in einem integrierten Risikomanagement-Ansatz zu verknüpfen.“

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