Regionalatlas-Thüringen: Behandlung von Privatpatienten lohnt sich

von | Aug. 26, 2024

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Der Regionalatlas Thüringen des PKV-Verbands zeigt: 175,5 Millionen Euro mehr Umsatz sind für im Bundesland ansässige Arztpraxen mit der Behandlung von Privatversicherten möglich.

Arztpraxen in Thüringen und dort insbesondere in den ländlichen Gebieten können ihren Betrieb überproportional stark mit Einnahmen aus der Behandlung Privatversicherter aufbessern. Das zeigen neue Daten des PKV-Verbands aus dem Regionalatlas Thüringen zur medizinischen Versorgung in den Regionen. Allein in Thüringen beträgt dieser PKV-Mehrumsatz 175,5 Millionen Euro jährlich.

Mehrumsätze entstehen, weil es für Ärzte bei der Behandlung von Privatpatienten weniger Beschränkungen und Budgets sowie meist höhere Honorare gibt als bei Kassenpatienten. Diese zusätzlichen Mittel können die Arztpraxen in medizinisches Fachpersonal oder moderne Geräte investieren. Davon profitieren auch ihre gesetzlich versicherten Patienten. Der gleiche Effekt kommt Krankenhäusern, Physiotherapeuten zugute, heißt es vom PKV-Verband.

Ärzte auf dem Land profitieren besonders

Der Regionenschlüssel zeigt außerdem, dass gerade die Praxen auf dem Land im Vorteil sind. Hier seien Privatversicherte meist älter und werden deshalb häufiger behandelt. Der PKV-Verband rechnet vor, dass eine Arztpraxis im Großraum Jena mit Privatversicherten einen realen Mehrumsatz von durchschnittlich 28.895 Euro im Jahr macht. Im Großraum Erfurt sind es 40.731 Euro. Im Landkreis Kyffhäuser sind es dann schon 50.872 Euro pro Jahr, um Landkreis Saale-Orla 52.901 Euro.

Das hänge auch mit der niedrigeren Arztdichte in ländlichen Gebieten zusammen. So seien im kommen im Landkreis Kyffhäuser nur 126 niedergelassene Ärzte auf 100.000 Einwohner, im Landkreis Jena sind es 119. Vielleicht auch ein Argument für Mediziner, sich eher in ländlichen Regionen niederzulassen.

PKV zahlt auf ländliche Versorgung ein

Für den Vorsitzenden des PKV-Verbands Thomas Brahm sind die Zahlen klar ein Argument pro PKV, da sie nachweislich zu einer besseren medizinischen Versorgung im ländlichen Raum beitragen würden: „Die Mehrumsätze, die es ohne PKV nicht gäbe, stärken die Standortqualität insgesamt. Denn ohne ein gutes medizinisches Versorgungsniveau drohen Fachkräfte und ihre Familien ländliche Regionen zu verlassen.”

Der PKV-Regionalatlas Thüringen untersucht für alle 17 Landkreise und fünf kreisfreien Städte des Freistaats die Strukturdaten zur Zahl der niedergelassenen Ärzte im Verhältnis zur Einwohnerzahl sowie die finanzielle Ausstattung der Arztpraxen auf Basis der jeweiligen regionalen Wirtschafskraft.

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