Qualitätsmessung am Uniklinikum Leipzig

by | Apr 17, 2024

Anhoren

Teilen

 

Als eines der ersten Krankenhäuser in Deutschland ist das Universitätsklinikum Leipzig dem Qualitätsvertrag „PROvalue Endo” mit der Techniker Krankenkasse beigetreten, in dem es um die Nutzung sogenannter PROM geht.

 

Am Universitätsklinikum Leipzig (UKL) will man ab sofort die Qualität der medizinischen Behandlung auch über sogenannte PROM messen – Patient Reported Outcome Measures. Über diese wissenschaftlich validierten Fragebögen können Patienten Wohlbefinden, Lebensqualität und Gesundheitszustand selbst einschätzen. Dafür ist das Universitätsklinikum nun der Initiative „PROvalue Endo“ beigetreten, die Ende 2022 vom Gesundheitsunternehmen Heartbeat Medical und der Techniker Krankenkasse ins Leben gerufen wurde. Konkret geht es dabei um Befragungen von Patienten nach endoprothetischen Eingriffen an Hüft-, Knie- und Schultergelenk.

Vor während und nach der Behandlung

In Leipzig werden Patienten nun vor der stationären Aufnahme initial befragt, um die Erhebung dann in regelmäßigen Abständen auch nach der Behandlung zu wiederholen. Somit lässt sich der Gesundheitszustand auch nach der Entlassung einschätzen und für die Behandler nachverfolgen, wie Prof. Andreas Roth, Bereichsleiter Endoprothetik am UKL erklärt: „Dank dieser Daten kann somit frühzeitig auf Veränderungen reagiert und möglichen Komplikationen entgegengewirkt werden.“ Zudem erleichtern es die PROM den Patienten, ihren Gesundheitszustand besser einzuschätzen und mit ihren Ärzten darüber zu sprechen.

Nachdem PROM in verschiedenen Ländern weltweit und in Europa bereits teils routinemäßig in der Gesundheitsversorgung erhoben und genutzt werden, halten sie nun auch in Deutschland Einzug. Das UKL geht dabei als einer der Vorreiter in Deutschland voran und bietet seinen Patienten im Bereich der Endoprothetik strukturiert die Möglichkeit, an solchen PROM-Befragungen teilzunehmen, heißt es aus Leipzig. Der Vertrag mit der PROvalue Endo-Initiative läuft zunächst bis Ende 2025. Geplant ist in den folgenden Monaten, diesen auf weitere Krankenkassen zu erweitern, um noch mehr Betroffene von den Vorteilen profitieren zu lassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Klinik-Atlas: Kritik an Bürokratie

Vor allem von der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhausgesellschaft kommt deutliche Kritik am heute vorgestellten Klinik-Atlas. Für Lauterbach ist er wichtiges Element einer Qualitätsoffensive. 

Vor allem von der Bundesärztekammer und der Deutschen Krankenhausgesellschaft kommt deutliche Kritik am heute vorgestellten Klinik-Atlas. Für Lauterbach ist er wichtiges Element einer Qualitätsoffensive. 

Ambulantisierung als Chance für Kliniken

Planungsunsicherheit für Kliniken ist weiterhin elementar – zahlreiche Gesetzesänderungen wurden durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) angekündigt. Eine Sache ist aber definitiv klar: Das Sozialgesetzbuch definiert in §39 SGB V „ambulant vor stationär.“ Seit Jahren ist dieser wichtige Aspekt bekannt und dennoch findet die Umsetzung in Kliniken nur wenig Begeisterung, attestiert Gastautor Arne Westphal.

Planungsunsicherheit für Kliniken ist weiterhin elementar – zahlreiche Gesetzesänderungen wurden durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) angekündigt. Eine Sache ist aber definitiv klar: Das Sozialgesetzbuch definiert in §39 SGB V „ambulant vor stationär.“ Seit Jahren ist dieser wichtige Aspekt bekannt und dennoch findet die Umsetzung in Kliniken nur wenig Begeisterung, attestiert Gastautor Arne Westphal.