Projekt „kurzstationäre Allgemeinmedizin“ gestartet

by | Apr 22, 2024

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Hinter dem Projekt STATAMED steht der Gedanke einer sektorenübergreifenden Versorgung, die nun an sechs Standorten versuchsweise in die Praxis umgesetzt werden soll.

 

Die Interventionsphase beginnt: Die AOK Rheinland/Hamburg und die AOK Niedersachsen haben mit verschiedenen Partnern aus Versorgung und Medizin im Juli 2023 das Projekt STATAMED ins Leben gerufen. Nun soll die kurzstationäre, allgemeinmedizinische Rund-um-Behandlung an sechs Standorten in der Praxis umgesetzt werden.

„Mit dem Projekt STATAMED stellen wir die Versorgung in ländlichen und strukturschwachen Regionen neu auf, um für Patientinnen und Patienten eine zu ihren Bedürfnissen passende, wohnortnahe Behandlung zu schaffen“, sagt Matthias Mohrmann, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der AOK Rheinland/Hamburg. „Ein tragendes Element dabei ist die enge Kooperation insbesondere mit den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten, die dazu beiträgt, dass wir nicht nur Patientinnen und Patienten besser versorgen, sondern auch ärztliche und pflegerische Ressourcen schonen können.“

Mitfinanziert vom Gemeinsamen Bundesausschuss

Und genau da kam auch die Projektidee her: aus dem niedergelassenen Bereich. Allgemeinmediziner Dr. med. Michael Groening aus Hamburg hatte die Idee für das ambitionierte Vorhaben, das nun zusammen mit den Versorgungsspezialisten der beteiligten AOKs, beratenden Unternehmen und vielen an Verbesserungen in der Versorgung interessierter Praktiker aus dem ambulanten und stationären Sektor in die Tat umgesetzt werden soll. Finanzielle Unterstützung kommt in den nächsten vier Jahren in Höhe von knapp elf Millionen Euro unter anderem vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses.

Wesentliches Element des Projekts ist die enge, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie eine kontinuierliche Kommunikation aller an der Versorgung Beteiligten: Ambulante Praxen, spezialisierte Kliniken und Pflegende werden auch telemedizinisch so miteinander verknüpft, dass Menschen, die akute gesundheitliche Probleme haben und ärztliche Hilfe, aber keinen Transport in eine Notaufnahme benötigen, in die richtige Versorgungsebene gelangen. In den spezialisierten Kliniken steht eine ärztliche und pflegerische „Rund-um-die-Uhr-Versorgung“ bereit, die Erkrankte und ältere Patienten, die beispielsweise an Infekten oder chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder chronischer Herzschwäche leiden und bei denen eine akute ambulante Versorgung nicht ausreicht, kurzstationär behandelt werden – immer in enger Abstimmung mit den Hausärzten sowie ihrem häuslichen Umfeld. Nach Entlassung aus der stationären STATAMED-Einrichtung übernehmen die mobilen Pflegekräfte bei Bedarf und ebenfalls in enger Abstimmung mit den behandelnden  Ärzten bis zu vier Wochen lang auch die nachstationäre häusliche Versorgung.

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