Deutschland braucht mehr Prävention, worauf das Bundesgesundheitsministerium mit einer Offensive reagiert. Das Ziel: Alle in die Verantwortung zu bekommen.
Prävention ist keine Nebensache, sondern eine zentrale Zukunftsaufgabe.“ Mit diesen Worten auf der Auftaktveranstaltung in Berlin läutete Bundesgesundheitsministerin Nina Warken die Präventionsoffensive ihres Ministeriums ein. Das Ziel: Prävention und Gesundheitsförderung zu einer tragenden Säule des Gesundheitssystems zu machen und einen nachhaltigen Mentalitätswandel anzustoßen. Gesundheit soll stärker gefördert und Krankheit möglichst verhindert werden, bevor sie entsteht. Im weiteren Prozess soll nun zusammen mit den beteiligten Akteuren über spezifische Schwerpunkte gesprochen, um gezielt Handlungsfelder zu identifizieren.
„Unser Gesundheitssystem leistet eine qualitativ hochwertige und umfassende Versorgung im Krankheitsfall. Künftig müssen wir aber noch besser darin werden, Krankheiten gar nicht erst entstehen zu lassen“, sagte Warken. Mit der Präventionsoffensive setzen man nun ein klares Signal: „Wir wollen Gesundheit stärker fördern, Krankheiten verhindern und Prävention stärker im Alltag der Menschen verankern.“ Das Gesundheitssystem kann hier besser werden, aber auch nicht alles leisten, ist man im BMG überzeugt. Deshalb will man dort auf einen möglichst breiten Ansatz setzen und dazu in den kommenden Monaten mit möglichst vielen Politikfeldern gemeinsame Handlungsfelder erörtern.
Alle sind gefordert
„Prävention wirkt, das ist Fakt“, betont Warken. Die Grundlagen seien allerdings zuletzt vor mehr als zehn Jahren weiterentwickelt worden. Mit dem Präventionsgesetz hätten seinerzeit vor allem die Kranken- und Pflegekassen neue Aufgaben bekommen, erinnert die Ministerin: „Im vergangenen Jahr sind die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Prävention und Gesundheitsförderung auf 734 Millionen Euro gestiegen. Dieses Engagement kommt an Grenzen. Wir sprechen über eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“ Größere Stellschrauben für Prävention und Gesundheitsförderung lägen außerhalb des klassischen Gesundheitssystems. Das heiße duch Bund, Länder und Kommunen müssen ihren Teil leisten, mit mehr Verbindlichkeit und vor allem finanziell.
Wo man im BMG vor allem Defizite sieht: Dass es nur teilweise gelungen ist, gemeinsam mit den Ländern und vielen weiteren verantwortungstragenden Einrichtungen die strukturellen Voraussetzungen für Gesundheitsförderung und Prävention in jedem Lebensalter und in allen Lebensbereichen zu schaffen. Genau hier soll die Präventionsinitiative nun ansetzen. Dafür wurden fünf übergeordneten Zielen definiert, die sich auch an den verschiedenen Lebensphasen der Menschen orientieren:
Gesundes Aufwachsen von Kindern – in Lebenswelten, die gezielt fördern
Gesundes und produktives Arbeiten – mit einem besseren Zusammenwirken von betrieblicher Gesundheitsförderung und Arbeitsschutz
Gesund leben und älter werden – mehr gesunde Lebensjahre und Vermeidung von Pflegebedürftigkeit
Höhere Gesundheitskompetenz – durch zugängliche und zielgerichtete Informationen
Rahmenbedingungen, die einen gesunden Lebensstil ermöglichen und fördern – entschieden gegen vermeidbare Volkskrankheiten



