Forschung, Entwicklung und industrielle Umsetzung sind unabdingbar für die Innovationskraft Deutschlands. In einem Positionspapier fordern führende Verbände deshalb, wissenschaftliche Freiheit zu verteidigen.
Eine exzellente Wissenschaftslandschaft und starke, innovative Unternehmen bilden das Fundament für Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und technologische Souveränität in Deutschland. Das sagen die Unterzeichner eines nun veröffentlichten Positionspapiers, in dem es vor allem darum geht, die Freiheit für Wissenschaft und Forschung zu schützen.
Unterzeichnet haben unter anderem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Max-Planck- sowie die Fraunhofer-Gesellschaft, die Wissenschaftsakademie Leopoldina sowie der Digitalverband Bitkom.
Der Anlass für die deutlichen Worte: Deutschland stehe vor einer Bewährungsprobe. „Der internationale Wettbewerb um Technologien, Talente und Wertschöpfung nimmt zu. Zugleich geraten unsere offene Gesellschaft und ihre Institutionen unter Druck. Wissenschafts- und demokratiefeindliche Kräfte versuchen, Ergebnisse, Themen und Bereiche der Forschung zu delegitimieren, einzuschränken oder ideologisch zu beeinflussen. Das gefährdet die Freiheit der Wissenschaft, die Resilienz unserer Demokratie, die Innovationskraft unserer Wirtschaft und die Zukunft unseres Landes“, heißt es in dem Papier.
Die unterzeichnenden Organisationen fordern nachdrücklich, die Freiheit der Wissenschaft zu schützen. „Wissenschaft ist die systematische und methodisch nachvollziehbare Erforschung der Welt. Laufend kommen neue Erkenntnisse hinzu, die vorheriges Wissen ergänzen, bestätigen, in Frage stellen oder widerlegen. Die Ergebnisse der Wissenschaft sind nie endgültig: Sie werden veröffentlicht, überprüft, hinterfragt und weiterentwickelt. So entsteht belastbares Wissen als Grundlage für politische Entscheidungen, für Fortschritt und Innovation.“
Plädoyer für ein Miteinander
Die Unterzeichner betonen außerdem, dass es Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sind, aus denen durch Patente und Ausgründungen viele Technologien und Verfahren entstehen, die heute die Grundlage unseres wirtschaftlichen Erfolgs in Deutschland bilden. Damit sei der volkswirtschaftliche Nutzen von Forschung messbar. „Allein jeder in Hochschulstandorte investierte Euro schafft einen vielfachen ökonomischen Mehrwert.“
Und Wissenschaft kenne keine nationalen Grenzen. Rund die Hälfte aller deutschen Publikationen entsteht mit internationalen Co-Autorinnen und Co-Autoren. Etwa 400.000 internationale Studierende und Promovierende an unseren Hochschulen machen Deutschland zu einem der beliebtesten Studienziele weltweit. Zudem treiben rund 70.000 wissenschaftliche und künstlerische Beschäftigte mit ausländischer Staatsbürgerschaft Lehre, Forschung und Transfer an unseren Hochschulen und Forschungseinrichtungen voran. In internationalen Netzwerken entsteht wissenschaftlicher Fortschritt. Grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist ein wichtiger Bestandteil herausragender Forschung. Davon profitieren insbesondere die forschungsintensiven Branchen in Deutschland. Sie sind auf den globalen Austausch von Wissen, Talenten und Technologien sowie – gerade angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels – auf die Zuwanderung Studierender und hochqualifizierter Forschender angewiesen, um Innovationen hervorzubringen, internationale Märkte zu erschließen und hochwertige Arbeitsplätze in Deutschland zu sichern. „Fremdenfeindlichkeit darf auch deswegen in unserem Land keinen Platz haben“, heißt es weiter.



