PKV wirtschaftlich stabil

by | Jun 14, 2024

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Positive Meldungen kommen diese Woche von den privaten Krankenversicherern. Nicht nur die Zahl der Versicherten wächst, auch die Finanzaufsicht ist mit der Stabilität der Branche zufrieden. Die Opposition fordert hingegen eine Reform. 

Die Zahl der Versicherten wächst. Das vermeldete diese Woche der Verband der Privaten Krankenversicherer anlässlich der Jahrestagung der Branche in Berlin. Die Gesamtzahl der Versicherungen sei im vergangenen Jahr noch einmal um 432.700 auf 38,3 Millionen gestiegen, womit „fast jeder zweite Bundesbürger privatversichert“ sei, berichtete der Vorsitzender des PKV-Verbands Thomas Brahm. Vor allem die Zahl der Zusatzversicherungen sei noch einmal um 1,5 Prozent auf 29,6 Millionen gestiegen. Und auch die Vollversicherung entwickle sich erfreulich, sagt Brahm: „Schon das sechste Jahr in Folge wechseln mehr Menschen aus der GKV in die Private Krankenversicherung als umgekehrt.“

Aus Sicht des Verbands verringere jeder zusätzliche Privatversicherte das Problem des demografischen Wandels, weil er von Anfang an eine finanzielle Vorsorge für das Alter aufbaut, heißt es. Denn um die Sozialversicherung zu stabilisieren, brauche es mehr solche Kapitaldeckung. Die Finanzlage er umlagefinanzierten gesetzlichen Krankenversicherung verschärfe das Demografieproblem hingegen dramatisch.

Bafin bestätigt Stabilität der PKV

Dem pflichtet nun auch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin bei. In einer Projektion der Beitragsentwicklung der PKV in den nächsten 50 Jahren kommt sie zu dem Ergebnis, dass der durchschnittliche Beitrag im Standardtarif der PKV noch unter dem GKV-Höchstbeitrag liegen wird – unter realistischen Annahmen und bei vergleichbaren Leistungen. Die Altersrückstellungen würden Beitragssprünge im Alter nachhaltig abfedern. Lediglich wenn die Inflation in den nächsten 50 Jahren über fünf Prozent läge und der GKV-Höchstbeitrag nicht entsprechend stark steige, wäre der Standard-PKV-Tarif nicht mehr tragfähig. Eine Notwendigkeit für eine gesetzliche Anpassung in der PKV sieht die Bafin in ihrem Bericht nicht.

Opposition will PKV-Reform

Die CDU/CSU-Fraktion hingegen schon. In einem am Dienstag gestellten Antrag an den Bundestag fordert sie, dass Reformen in der Privaten Krankenversicherung im Interesse der Versicherten jetzt angegangen werden müssten. Die Fraktion stört sich vor allem an den unregelmäßigen Beitragsanpassungen der PKV, die „mitunter im zweistelligen Bereich liegen können.“ Ihre Idee: „Da die Beiträge in der PKV im langfristigen Vergleich ähnliche Steigerungsraten aufweisen wie die Beiträge in der GKV und sich die Beitragssprünge über die Jahre ausgleichen, würde eine Beitragsverstetigung zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Beiträge und damit besseren Planbarkeit im Sinne der Versicherten, nicht aber zu zusätzlichen Beitragssteigerungen führen.“

Auch die höhere Lebenserwartung müsse stärkere Berücksichtigung finden und die Bundesregierung solle den Standardtarif für alle wieder öffnen, sodass eine Entlastung für Versicherte in finanziell schwierigen Situationen ermöglicht wird. Eine weitere Forderung: Bei einem Tarifwechsel sollen nicht mehr alle Altersrückstellungen beitragsmindernd aufgebraucht werden können.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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