PKV wichtiger Wirtschaftsfaktor für Praxen

von | Feb. 6, 2025

Anhoren

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Ein Wegfall der privaten Krankenversicherung, wie ihn die Politik derzeit diskutiert, könnte zur Schließung von Arztpraxen führen, zeigt eine Umfrage des PKV-Verbands und des Deutschen Innovationsinstituts.

 

Es ist eines der Themen, die jetzt kurz vor der Neuwahl im Februar noch einmal hochgekocht werden: Die private Krankenversicherung soll bestenfalls abgeschafft oder zumindest eingeschränkt werden. Vorstöße dieser Art gab es von SPD, Grünen und auch der Linken.

Der Verband der Privaten Krankenversicherer kontert nun mit einer Online-Umfrage unter knapp 300 niedergelassenen Mediziner, durchgeführt vom Deutschen Innovationsinstitut (diind). Über 73 Prozent der Befragten sind Mediziner mit einer eigenen Praxis.

Würde die private Krankenversicherung durch eine Bürgerversicherung ersetzt, sagen 46,1 Prozent der Befragten, dass Praxen schließen müssten. 36,9 Prozent gehen von Gehaltseinbußen beim medizinischen Personal aus. 35,8 Prozent glauben, dass Praxen weniger leistungsfähig wären und 32,6 Prozent glauben, dass es ohne die PKV weniger innovative Behandlungsmethoden gäbe. Mehrfachantworten waren hier möglich.

Wenige Patienten, hoher Umsatz?

Was interessant an den Aussagen ist: Der Umsatzanteil der Privatpatienten in der eigenen Praxis ist nicht besonders hoch. Bei zwei Drittel der Befragten liegt der Anteil unter 30 Prozent. Bei 23,5 Prozent machen Privatpatienten sogar weniger als fünf Prozent aus.

Und so verwundert es auch nicht, dass 43 Prozent der Befragten auf die konkreten Auswirkungen eines Wegfalls der PKV auf die eigene Praxis mit keinen Folgen rechnen, respektive es nicht wissen. Dennoch glauben auch noch knapp über und knapp unter 30 Prozent der Befragten, dass die eigene Praxis weniger leistungsfähig wäre oder gar schließen müsste. Jeweils 26,1 Prozent rechnen mit Gehaltseinbußen und fürchten, es gäbe weniger innovative Behandlungsmethoden.

Weniger Bürokratie, mehr Digitalisierung

Eine politische Diskussion, über die sich die Niedergelassenen freuen würden, weäre hingegen der Abbau von Bürokratie und damit verbunden eine Entlastung für die Praxen. Das erwarten knapp 80 Prozent der Befragten von der Gesundheitspolitik in der nächsten Legislaturperiode. Eine bessere Vergütung erwarten knapp über 70 Prozent, den Abbau von Sektorengrenzen immerhin noch knapp 35 Prozent.

Auch Digitalisierung müsse künftig eine größere Rolle spielen, attestieren die Mediziner. Dabei sagen 41,7 Prozent, dass sich ihre Bedürfnisse stärker in der digitalen Infrastruktur wiederfinden müssten. Insgesamt glauben jedoch 66,2 Prozent der Befragten, dass digitale Lösungen den Verwaltungsaufwand deutlich verringern würde. Auch Telemedizin könnte dazu beitragen, Patienten schneller und flächendeckender zu versorgen, sagen 34,2 Prozent. Derselbe prozentuale Anteil wünscht sich die Einführung einer Art Praxisgebühr, 38,7 Prozent die stärkere Einbindung von nicht-ärztlichem Personal in die ambulante Versorgung.

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