Philips Future Health Index 2026: KI schafft messbaren Nutzen

von | Sep. 30, 2026

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KI verändert heute schon die Gesundheitsversorgung, lautet die zentrale Erkenntnis des aktuellen Philips Future Health Index. Vor allem schafft sie zusätzliche Behandlungskapazität.

 

KI spart Fachkräften im Gesundheitswesen Zeit, schafft zusätzliche Behandlungskapazitäten und verbessert klinische Abläufe. Das sind die zentralen Ergebnisse der deutschen Ausgabe des Future Health Index, den Philips jährlich und in diesem Jahr zum elften Mal veröffentlicht. Befragt wurden Gesundheitsfachkräfte sowie Patienten dazu, wie KI die Versorgung bereits heute verändert und was notwendig ist, um ihre Vorteile in der Breite zu realisieren. Denn auch das ist wichtig: Damit aus ersten Erfolgen ein nachhaltiger Nutzen wird, sollten Gesundheitseinrichtungen jetzt in Schulungen, Governance und Integration investieren.

Die Ergebnisse zeigen: Dort, wo KI eingesetzt wird, entsteht eine Art Dividende: Mehr als drei Viertel der Gesundheitsfachkräfte in Deutschland (77 Prozent) glauben, dass KI die Behandlungsergebnisse verbessern kann. 63 Prozent sind der Ansicht, dass die Vorteile inzwischen die Risiken überwiegen.

Besonders deutlich wird der Effekt beim Faktor Zeit: Vier von zehn Fachkräften geben an, dass KI ihnen mindestens 132 Stunden pro Jahr spare. Das entspricht mehr als drei vollen Arbeitswochen. Diese Zeit fließt vor allem in höherwertige klinische Tätigkeiten: 66 Prozent können dadurch sorgfältiger arbeiten, 52 Prozent mehr Patienten behandeln.

„Der Diskurs über KI im Gesundheitswesen verändert sich. Wir sprechen nicht länger nur darüber, was die Technologie einmal leisten könnte. Wir sehen vielmehr bereits, dass sie konkrete Mehrwerte schafft”, betont Mikko Vasama, Vorsitzender der Geschäftsführung der Philips GmbH. Die eigentliche KI-Dividende entstehe aber erst, wenn aus einzelnen Anwendungen ein integrierter Bestandteil der Versorgung werde und die gewonnene Zeit dort ankomme, wo sie am wertvollsten sei – bei den Fachkräften und ihren Patienten.

Mehr Kapazität und bessere Entscheidungen

Der Mehrwert, den KI ins Gesundheitswesen bringt, zeigt sich auch unmittelbar in den Versorgungskapazitäten. 41 Prozent der befragten Gesundheitsfachkräfte geben an, mithilfe von KI mehr Patienten behandeln zu können. Der Median bei zehn zusätzlichen Patienten pro Woche. Zugleich sehen 75 Prozent in KI die Chance, Qualitätsunterschiede zwischen Einrichtungen zu verringern und 71 Prozent erwarten eine bessere Versorgung in ländlichen und unterversorgten Regionen.

KI unterstützt zudem die klinische Entscheidungsfindung: 64 Prozent berichten von effizienteren Arbeitsabläufen, 59 Prozent von einer schnelleren diagnostischen Entscheidungsfindung und 57 Prozent von kürzeren Zeiten bis zum Vorliegen diagnostischer Ergebnisse. Ein Drittel der Fachkräfte (34 Prozent) gibt sogar an, dass KI ihnen in den vergangenen drei Monaten mindestens dreimal geholfen habe, einen möglichen medizinischen Fehler zu erkennen oder zu verhindern.

Führungskräfte sehen finanziellen Nutzen

Auch auf wirtschaftlicher Ebene wird die KI-Dividende sichtbar. 31 Prozent der Führungskräfte in deutschen Gesundheitseinrichtungen berichten bereits von Budgeteinsparungen durch KI. 62 Prozent sagen, dass der erzielte Nutzen die Investitionskosten decke oder übersteige. Entsprechend ist die Investitionsbereitschaft hoch: 73 Prozent der Führungskräfte planen, in den kommenden zwölf bis 24 Monaten weiter in KI-gestützte Anwendungen zu investieren.

Doch zwischen der wachsenden Nutzung und den Voraussetzungen für einen flächendeckenden Einsatz besteht weiterhin eine Lücke. Nur 40 Prozent der Gesundheitsfachkräfte sind der Meinung, dass ihre Geschäftsleitung die richtigen Schritte zur Einführung KI-gestützter Tools unternimmt. Gleichzeitig nutzen 50 Prozent eigene KI-Anwendungen, wenn die von ihrer Organisation bereitgestellten Lösungen ihren Anforderungen nicht genügen.

Skalierung braucht Governance

Trotz dieser positiven Signale steht das deutsche Gesundheitswesen erst am Anfang, das volle Potenzial von KI auszuschöpfen. Eine große Bremse ist fehlende Qualifizierung: Drei Viertel der Fachkräfte (76 Prozent) sagen, dass Schulungen für KI-gestützte Tools in ihrer Einrichtung nicht, nur eingeschränkt oder uneinheitlich verfügbar sind. Auch bei der Governance besteht Handlungsbedarf: 62 Prozent berichten beispielsweise, dass es in ihrer Organisation noch keine eindeutigen Prozesse zur Überwachung KI-gestützter Tools gibt.

„Die Nutzerzahlen zeigen: Technologie allein erwirtschaftet noch keine KI-Dividende”, sagt Vasama. Dafür brauche es vertrauenswürdige Lösungen, die sich nahtlos in klinische Prozesse integrieren, Beschäftigte, die sicher damit umgehen können, und klare Verantwortlichkeiten. „KI und menschliche Expertise müssen sich ergänzen. Genau dann kann aus technologischem Fortschritt ein messbarer Fortschritt für die Versorgung werden.”

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