Pharmakonzerne investieren in vernetzte Labore

by | Feb 8, 2024

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Capgemini Studie zeigt: Die digitale Transformation in Forschung und Wissenschaft zahlt sich für Pharmaunternehmen aus.

 

Digitalisierung und neue Technologien sind auch aus der Forschung nicht mehr wegzudenken. Sie sorgen dafür, dass neue innovative Therapien überhaupt entwickelt werden können – und zwar mit kürzeren Markteinführungszeiten und höheren Zulassungsraten. Entsprechend investieren Pharmakonzerne in den Ausbau vernetzter Labore, wie jetzt eine Studie des Capgemini Research Institutes zeigt. Große Pharma-Unternehmen planen, ihre Investitionen in die Transformation ihrer Labore bis 2025 beinahe zu verdoppeln – von heute vier Prozent auf bis zu sieben Prozent ihres Umsatzes. Fast 75 Prozent der Arzneimittelkonzerne haben bereits mit der Modernisierung ihrer Labore begonnen; die übrigen sind in der Planungsphase. Für 92 Prozent sind die kürzeren Zyklen bei der Medikamentenentwicklung das Hauptmotiv für die digitale Transformation ihrer Labore.

„Pharmahersteller stehen heute in der Verantwortung, lebenswichtige Medikamente und Wirkstoffe in immer kürzerer Zeit weltweit auf den Markt zu bringen. Dies setzt auch eine moderne Laborumgebung voraus – mit einer vernetzen Labortechnologie sowie der fortlaufenden Weiterentwicklung von Prozessen, Skills und Infrastruktur”, sagt Dr. Ruth Lütticken, Leiterin des Bereichs Life Sciences, Data Science & Generative AI bei Capgemini Engineering in Deutschland.

Umsetzung noch in der Pilotphase

Die Studie zeigt allerdings auch: Obwohl ein Großteil der Unternehmen bereits mit der Modernisierung begonnen hat, stecken die meisten dennoch erst in der Pilot- oder Proof-of-Concept-Phase. Nur eine von zehn der untersuchten Organisationen hat ihre Initiativen zur Labortransformation bereits teilweise oder vollständig skaliert, heißt es von Capgemini. Es sei die Komplexität der Prozesse, die die größte Herausforderung darstellt (92 Prozent), gefolgt von datenbezogenen Problemen (90 Prozent).

Dabei bleibt auch für die Labore der neuen Generation entscheidend, dass sie Fachleute mit der richtigen Analytik-Expertise beschäftigen, um aus den verfügbaren Daten Erkenntnisse zu gewinnen. Die überwältigende Mehrheit (97 Prozent) der Unternehmen hat jedoch Schwierigkeiten, Wissenschaftler einzustellen, die sowohl über Fachkompetenz als auch über Kenntnisse in den Bereichen Digitalisierung und Daten verfügen.

Die Studie zeigt allerdings auch, dass es sich lohnt, zu den „Early Mover“ zu gehören: Weniger Fehler, gestiegene Zulassungsraten und optimierte Kosten sind einige der Benefits. Darüber hinaus konnte die Hälfte der Vorreiter die Markteinführungszeit durch Maßnahmen der Labor-Transformation verkürzen – gegenüber nur 23 Prozent derer, die noch an Beginn stehen.

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