Pharma in Europa: Wichtig für die Wirtschaft

von | Nov. 14, 2024

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Ein aktueller Bericht der Unternehmensberatung PwC unterstreicht die wirtschaftliche Bedeutung der Pharmabranche für Europa, warnt aber auch vor Investitionslücken.

 

Anders als die Gesamtwirtschaft ist die Pharmabranche in Europa sehr produktiv, attestiert der neue Bericht „Economic Footprint of the Pharmaceutical Industry in Europe“ der Unternehmensberatung PwC. Insgesamt 311 Milliarden Euro und 2,3 Millionen Arbeitsplätze sind der Beitrag der Industrie zur europäischen Wirtschaft.

Beim Blick auf die einzelnen EU-Staaten ist die Schweiz nach wie vor Pharmastandort Nummer eins. Hier lag der Anteil der Pharmaindustrie am Bruttoinlandsprodukt bei knapp 97 Milliarden Euro mit rund 235.000 Beschäftigten. Auf Platz zwei mit rund 75 Milliarden Euro folgt aber bereits Deutschland, bei deutlich mehr Beschäftigten (517.000). Platz drei belegt Irland mit knapp 50 Milliarden bei nur rund 45.000 Arbeitsplätzen.

F&E hoch, aber nicht hoch genug

Was einerseits die Stärke der Pharmabranche ist – Forschung und Entwicklung – ist andererseits auch ihr Problem im Vergleich zu anderen Regionen. Der Bericht rechnet zwar vor, dass die Ausgaben für Forschung und Entwicklung von 27,8 Milliarden Euro 2010 auf 46,2 Milliarden Euro in 2022 und damit durchschnittlich pro Jahr um 4,4 Prozent angestiegen seien, im Vergleich zu den USA oder China sei das aber noch zu wenig. Dort lag das Investitionswachstum in Forschung und Entwicklung im selben Zeitraum bei 5,5, respektive beachtlichen 20,7 Prozent.

Allerdings betont der Report auch, dass China von einem deutlich niedrigeren Niveau gestartet sei. In absoluten Zahlen seien die chinesischen Investitionen in Forschung und Entwicklung daher mit denen in Europa vergleichbar. In China sind laut PwC die pharmazeutischen F&E-Ausgaben von 1,7 Milliarden auf 14,8 Milliarden pro Jahr im Vergleichszeitraum gesetiegen.

Investitionskluft spürbar

Die Investitionslücke sei mittlerweile auch bei der Investitionskraft zu spüren, unterstreichen die Experten von PwC: Zwischen 2018 und 2023 wurden in Europa insgesamt 91 neue Wirkstoffmoleküle entdeckt – entscheidend für die Entwicklung neuer Therapien. In den USA waren es 187, in China 75.

Das NME-Wachstum (New Molecular Entities) nimmt in China seit 2018 zu. Und obwohl 2022 die chinesischen Investitionen nur etwa 25 Prozent der europäischen entsprachen, erreicht China 2002 bereits eine ähnliche Anzahl von NMEs und 2023 bereits mehr als Europa. Ferner heißt es von PwC, dass die Entdeckungen neuer Moleküle in den USA und Europa bis 2013 ähnlich war und sich die USA erst seitdem absetzen konnten, was man im Bericht auf die deutlich höheren F&E-Ausgaben zurückführt.

Pharmastandort stärken

Für Alexander Herzog, Generalsekretär von Pharmig – Verband der pharmazeutischen Industrie Österreichs, sind die Zahlen von PwC Anlass, die Politik auf die Bedeutung der Pharmabranche für Europa aufmerksam zu machen. Er beschreibt sie als „treibenden Motor für Innovation und Beschäftigung“, der zudem die öffentliche Gesundheit verbessert und die Kosten für die Gesundheitssysteme langfristig senke. Deshalb sei die Politik nun gefordert, den Pharmastandort Europa im internationalen Kontext zu stärken. Herzog fordert dringend faire und verlässliche Rahmenbedingungen: „Dazu zählen unter anderem faire Erstattungspreise für bewährte und speziell auch für innovative Arzneimittel, genauso auch Förderungen für Unternehmensansiedlungen und Erweiterungen, aber gezielt und nicht im Gießkannenprinzip.“

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