Pharma-Branche: S&P sieht stabile Kreditlage trotz regulatorischer Risiken

von | Feb. 10, 2025

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Die großen Pharmaunternehmen profitieren von einem stabilen Umsatzwachstum, doch regulatorische Eingriffe und Biosimilar-Konkurrenz setzen die Branche unter Druck. Laut S&P Global Ratings bleibt der Kreditausblick für 2025 dennoch stabil – Fusionen und Übernahmen könnten dabei eine Schlüsselrolle spielen.

Solides Wachstum trotz Gegenwind

Die großen Pharmaunternehmen bleiben auf Wachstumskurs. S&P Global Ratings erwartet bis 2027 ein durchschnittliches Umsatzwachstum von 8 bis 10 Prozent in wichtigen Therapiebereichen wie Onkologie, Immunologie, Neurowissenschaften und Adipositas. Besonders Medikamente auf Basis von GLP-1-Rezeptoragonisten, die zur Behandlung von Fettleibigkeit eingesetzt werden, treiben die Entwicklung an. Die Innovationskraft der Branche gleicht dabei Verluste durch auslaufende Patente und den wachsenden Preisdruck aus.

Doch nicht alle profitieren gleichermaßen. Unternehmen mit schwachem organischem Wachstum könnten gezwungen sein, verstärkt auf Übernahmen zu setzen – mit möglichen Auswirkungen auf ihre Kreditwürdigkeit. Auch der zunehmende Wettbewerb durch Biosimilars wird den Preisdruck in den kommenden Jahren weiter verschärfen.

Preisregulierung in den USA könnte Gewinne schmälern

Mit dem Inflation Reduction Act (IRA) hat die US-Regierung 2022 eine Reform verabschiedet, die erstmals Preisverhandlungen für Medikamente im Medicare-System ermöglicht. Ab 2026 sollen zunächst zehn Medikamente betroffen sein, ab 2027 dann 15 weitere jährlich. Laut S&P Global Ratings könnten die verhandelten Preise um durchschnittlich 22 Prozent sinken.

Während dieser Eingriff zunächst nur wenige Produkte betrifft, signalisiert er eine politische Bereitschaft zu weitergehenden Preisreformen. Vor allem für Pharmaunternehmen mit hohen Umsätzen im US-Markt stellt das ein Risiko dar. Dennoch geht S&P nicht von massiven Auswirkungen auf die gesamte Branche aus, da viele Unternehmen durch neue Produkte und Markterweiterungen gegensteuern können.

M&A-Aktivitäten ziehen wieder an

Die Fusionen und Übernahmen (M&A) in der Pharmaindustrie könnten 2025 wieder zunehmen – trotz höherer Zinsen und strengerer Kreditvergabebedingungen. S&P erwartet, dass insbesondere Unternehmen mit schwachem Umsatzwachstum auf Zukäufe setzen werden, um ihre Marktstellung zu verbessern.

Dabei könnte die regulatorische Haltung der neuen US-Regierung eine Rolle spielen: Unter der vorherigen Administration wurden große Übernahmen kritisch geprüft, doch mit einer wirtschaftsfreundlicheren Politik könnten die Hürden für M&A-Transaktionen wieder sinken. Gleichzeitig bleibt der Schuldenstand vieler Unternehmen hoch, was den finanziellen Spielraum für teure Übernahmen einschränkt.

Generika und Biosimilars: Chancen mit schmalen Margen

Während das generische Medikamentengeschäft lange unter starkem Preisverfall litt, haben sich die Marktbedingungen stabilisiert. S&P erwartet für 2025 einen jährlichen Preisrückgang im mittleren einstelligen Prozentbereich – eine deutliche Verbesserung gegenüber den zweistelligen Verlusten der vergangenen Jahre.

Noch dynamischer entwickelt sich der Markt für Biosimilars. Diese biotechnologisch hergestellten Nachahmerprodukte von Originalpräparaten gewinnen weltweit an Bedeutung. Dennoch bleibt das Geschäft hart umkämpft: Zwar steigen die Absatzzahlen, doch die Margen stehen unter Druck, da Originalhersteller durch aggressive Preisstrategien Marktanteile verteidigen.

Politische Unsicherheiten bleiben eine Belastung

Neben der US-Preisregulierung gibt es weitere politische Risiken. Die Debatte um die Rolle von Apotheken-Managementfirmen (PBMs) könnte die Rabatt- und Preisstrukturen im US-Gesundheitsmarkt nachhaltig verändern. Zudem wird diskutiert, ob Biosimilars durch vereinfachte Zulassungsverfahren schneller auf den Markt kommen sollen – was den Druck auf etablierte Pharmaunternehmen weiter erhöhen würde.

Insgesamt bleibt die Branche trotz dieser Herausforderungen in einer starken Position. Die Innovationspipeline ist gefüllt, neue Wachstumsfelder wie Adipositas-Therapien bieten Potenzial, und Fusionen sowie Übernahmen könnten Unternehmen helfen, Marktanteile zu sichern. Entscheidend wird sein, wie flexibel die großen Pharmafirmen auf die regulatorischen Veränderungen reagieren können.

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