Phagro: Vorleistung des Großhandels auf Rekordniveau

von | Mai 16, 2025

Anhoren

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Das Kölner Institut für Handelsforschung zeigt, dass der pharmazeutische Großhandel mittlerweile Produkte im Wert von 4,42 Milliarden Euro vorfinanziert.

 

Zahlen des Kölner Instituts für Handelsforschung zeigen: Der pharmazeutische Großhandel wird immer wichtiger für die Stabilität der Arzneimittelversorgung in Deutschland. Arzneimittel und Gesundheitsprodukte im Wert von 4,42 Milliarden Euro wurden 2024 vorfinanziert – deutlich mehr als vor zehn Jahren mit 3,36 Milliarden Euro.

Allerdings warnt der Bundesverband des pharmazeutischen Großhandels Phagro auch davor, dass sich die gesetzliche Großhandelsmarge gleichzeitig im Sinkflug befindet. 2024 wurde ein neues Allzeittief von 3,77 Prozent erreicht. Die Verbandschefs Michael Dammann und Thomas Porstner warnen, dass der Großhandel seine stabilisierende Wirkung jedoch nur entfalten könne, wenn die Vergütung gesichert und ausreichend sei: „Dass die Großhandelsmarge trotz erneuter Zunahme des Umsatzes weiter sinkt, zeigt eines deutlich: Die neue Bundesregierung muss die Arzneimittelpreisverordnung dringend überprüfen.“ Die Zahlen zeigen, dass der Umsatz im Vergleich zu 2023 um 7,7 Prozent gestiegen, die Großhandelsmarge allerdings von 3,86 Prozent auf 3,77 Prozent zurückgegangen ist.

Dabei sei gerade die Vorfinanzierung für die insgesamt angeschlagene Apothekenlandschaft so wichtig. Der Großhandel bleibt nämlich nicht nur Eigentümer der Ware, er gewähre den Apotheken häufig auch flexible Zahlungsziele. Dies führt dazu, dass Apotheken in vielen Fällen ihre Ausstände gegenüber dem Großhandel erst dann begleichen müssen, wenn sie ihr Geld bereits von der Krankenkasse erhalten haben.

Die gesetzliche Großhandelsvergütung basiert indes auf Daten aus dem Jahr 2009 und gilt seit 2012. Dass es seitdem erhebliche wirtschaftliche Veränderungen gab und das Arzneimittelsortiment heute ganz anders aussieht, wird demnach nicht berücksichtig, woraus die sinkende Großhandelsmarge überwiegend resultiert. Ausschlaggebend ist laut Phargo vor allem die Zunahme hochpreisiger Medikamente. Der Großhandelszuschlag werde hingegen seit 2012 unverändert bei 37,80 gekappt. Porstner und Dammann appellieren daher: „Energie, Personal, Zinsen – die Kosten steigen. Deshalb brauchen wir dringender denn je eine Strukturanpassung der Arzneimittelpreisverordnung. Und natürlich muss die Mindestvergütung für den Pharmagroßhandel erhalten bleiben.“

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