Laut Zahlen des Statistischen Bundesamtes fiel der Verdienstzuwachs in Gesundheits- und Pflegeberufen in den letzten zehn Jahren größer aus als in vielen anderen Berufsgruppen.
Anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden am 12. Mai hat sich das Statistische Bundesamt (Destatis) die Gehaltsentwicklung der Vollzeitbeschäftigten in Gesundheits- und Pflegeberufen der letzten zehn Jahre angeschaut. Demnach verdiente sie im April 2024 im Mittel 4.048 Euro brutto ohne Sonderzahlungen. Das waren 1.219 Euro mehr als noch vor zehn Jahren. Im April 2014 lag das Mittel bei nur 2.829 Euro brutto.
Damit fiel der Verdienstzuwachst deutlich größer aus als für viele andere Berufsgruppen. Destatis sieht einen Grund dafür in der Einführung des Mindestlohns 2015 und seiner anschließenden Entwicklung. Davon hätten Beschäftigte in der Pflege stärker profitiert als andere Berufe.

Alle Vollzeitbeschäftigten verdienten im April 2025 im Mittel 3.978 Euro brutto, was in den letzten zehn Jahren ein Plus von 988 Euro ausmacht. In den besser bezahlten Ingenieurberufen und Luftfahrtberufen fiel das Verdienstplus binnen zehn Jahren mit 1 218 Euro beziehungsweise 1 157 Euro ähnlich aus wie in Gesundheits- und Pflegeberufen. Dagegen stiegen die Bruttomonatsverdienste etwa in Transport-, Logistik- und Verkehrsberufen mit 739 Euro im selben Zeitraum deutlich unterdurchschnittlich, in Handwerksberufen sowie Metall- und Elektroberufen waren es jeweils 899 Euro. Die hier genannten Medianverdienste bilden jeweils die Mitte der Verteilung von Vollzeitbeschäftigten und teilen diese in zwei gleich große Hälften: Eine Hälfte verdient mehr und die andere weniger als der Median.
Innerhalb der Gesundheits- und Pflegeberufe profitierten vor allem Fachkräfte in der Altenpflege in den vergangenen zehn Jahren von besonders stark gestiegenen Verdiensten. Vollzeitbeschäftigte Fachkräfte verdienten dort im April 2024 im Mittel 4.228 Euro brutto. Das waren 1.612 Euro mehr als zehn Jahre zuvor. Fachkräfte in der Gesundheits- und Krankenpflege verdienten 4.310 Euro brutto im April 2024 und damit im Mittel 1.260 Euro mehr als zehn Jahre zuvor. Zum Vergleich: In der Gesamtwirtschaft stiegen die Verdienste auf Fachkräfteniveau im selben Zeitraum um 884 Euro auf 3.580 Euro brutto im Monat.
Laut Verdiensterhebung waren im April 2024 knapp 1,7 Millionen Menschen in Gesundheits- und Pflegeberufen vollzeitbeschäftigt, mehr als zwei Drittel (68 Prozent) von ihnen waren Frauen.


