Personalisierte Arzneimittel: Kooperation in Großbritannien

by | Mar 27, 2024

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Die UK-Tochter des israelischen Pharmakonzerns Teva hat sich mit Plattformanbieter Cloosed Loop Medicine zusammengetan. Das Ziel: personalisierte Arzneimittel.

 

Es ist eine strategische Allianz, die der Pharmakonzern Teva UK und Closed Loop Medicine nun eingehen. Teva will die „Software-as-a-Medicine-Device“ Technologieplattform von Closed Loop nutzen, um die Entwicklung personalisierter Arzneimittel voranzutreiben. Die Vision ist, dass sich dadurch sowohl die Wirksamkeit der Medikamente als auch die Ergebnisse bei Patienten mit bestimmten chronischen Erkrankungen verbessern, indem hierfür eine dosisoptimierte Arzneimitteltherapie mit digitaler Betreuung kombiniert wird.

„Als Kliniker wissen wir, dass die Dosierung von Medikamenten ein großes Problem darstellt. Die Möglichkeit, personalisierte Dosierungen vorherzusagen, könnte einen Wandel herbeiführen“, glaubt Dr. Paul Goldsmith, Chief Medical Officer und Innovation Officer, Mitbegründer und Präsident von Closed Loop Medicine.

Arzneimittel in Kombination mit digitaler Unterstützung

Den „Wandel“ wollen Teva und Closed Loop nun einleiten, indem sie Technologie mit pharmazeutischen Produkten kombinieren. Über solche digitalen Begleiter, so die Idee, könnten dann Daten aus der realen Welt in die Arzneimittelentwicklung integriert werden, was wiederum Wirksamkeit und Forschung unterstützen würde.

Auch bei Teva verspricht man sich viel von der Zusammenarbeit. „Wir wissen, dass die Erfahrungen der Patienten manchmal nicht optimal sind. Als größter Lieferant von Arzneimitteln für den NHS könnte die Möglichkeit, ‚Arzneimittel’ und ‚digital’ zu kombinieren, das Leben der Patienten in großem Umfang erheblich verbessern“, sagt Kim Innes, General Manager Teva UK & Irland.

Positive Studienergebnisse bei Bluthochdruck

Erst Anfang Februar konnte Closed Loop in einer Studie zeigen, dass die dort entwickelte Technologie bei Bluthochdruckpatienten in der Lage ist, die Arzneimitteltherapie dosisoptimiert zu gestalten und Nebenwirkungen zu minimieren, während gleichzeitig eine Blutdruckkontrolle mit außergewöhnlich hoher Medikamentenadhärenz erreicht wird.

Gerade die Arzneimittel seien noch weit entfernt von einer personalisierten Medizin, da sie in der Regel auf Grundlage einer durchschnittlichen Wirkung innerhalb einer Population entwickelt und verschrieben werden. Dieser „Einheitsansatz” führe zu mehr Nebenwirkungen und unerwünschten Wirkungen, zu mangelnder Therapietreue und folglich zu schlechteren Ergebnissen für die Patienten und zu höheren Kosten für die Kostenträger, attestiert die beiden Partner.

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