Jede zweite Arzneimittelpackung, die in Apotheken verkauft wird, ist nicht verschreibungspflichtig, zeigen die OTC-Daten 2025 des BPI.
„Die Menschen vertrauen auf hochwertige nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel“, lautet das Urteil von Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) als Reaktion auf die neuen „OTC-Daten 2025“. Demnach wurden 2024 1,03 Milliarden Packungen OTC-Arzneimittel verkauft, was einem Plus von 2,6 Prozent entspricht. Nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel hatten damit einen Anteil von 52,9 Prozent.
Laut Joachimsen entlaste das auch das Gesundheitswesen, schließlich wurden Patienten die Kosten vollständig selbst tragen und in der Regel auch keinen Arzt konsultieren, womit die gesetzlichen Krankenkassen entlastet würden.
Positiver Trend
Besonders hoch, attestiert der Report, war 2024 die Nachfrage nach Husten- und Erkältungsmitteln, gefolgt von Vitaminen und Mineralstoffen sowie Schmerz-, Muskel- und Gelenkmitteln.
Dass Patienten gerade in der Erkältungssaison immer wieder zur Selbstmedikation greifen, sei mittlerweile ein „positiver Markttrend“, der sich in den letzten drei Jahren abgezeichnet habe. Das Umsatzvolumen lag 2024 erstmalig bei zwölf Milliarden Euro. Was der Verband außerdem betont: Die Arzneimittelherstellern hätten ihre Preise weit unter der Inflation angepasst. Die Apothekenverkaufspreise seien um 7,6 Prozent weniger stark angestiegen als die Verbraucherpreise.
OTC wichtig für Pharmastandort Deutschland
Was der BPI im Rahmen des Reports außerdem hervorhebt, ist die Bedeutung der OTC-Hersteller für den Pharmastandort Deutschland. 80 Prozent aller pharmazeutischen Unternehmen in Deutschland stellen auch nicht-verschreibungspflichtige Arzneimittel her. Und 84 Prozent der Pharmaunternehmen im Land sind kleine oder mittlere Unternehmen.
„Als Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie setzen wir uns dafür ein, dass OTC-Hersteller – viele davon über Generationen in Familienhand geführt – Bedingungen am Standort Deutschland vorfinden, unter denen Sie auch in Zukunft erfolgreich für Patientinnen und Patienten Arzneimittel produzieren können. Unsere Industrie ist ein wichtiger Arbeitgeber für mehr als 130.000 Menschen in Deutschland”, betont Joachimsen.



