Die aktuelle Gesundheitsumfrage der Wiener Städtischen Versicherung zeigt: Auch Sicht von zwei von fünf Österreichern hat sich die Gesundheitsversorgung im vergangenen Jahr verschlechtert.
Bestenfalls Durchschnitt lautet das Zeugnis, dass unsere Nachbarn in Österreich ihrem Gesundheitswesen ausstellen. Das zeigt die aktuelle Gesundheitsumfrage der Wiener Städtischen Versicherung. Demnach zeigt sich lediglich knapp die Hälfte der Österreicher zufrieden mit dem öffentlichen Gesundheitssystem. Ein knappes Fünftel ist hingegen unzufrieden – vor allem, weil die Wartezeiten auf Termine so lang seien und es zu wenig Ärzte mit Kassenvertrag gibt. Bei Allgemeinmediziner mit Kassenzulassung sagen immerhin 60 Prozent der Befragten, sie würden nur wenige Tage auf einen Termin warten. Bei Fachärzten sind es hingegen nur noch sieben Prozent, die tatsächlich einen Termin binnen weniger Tage bekommen. Kein Wunder also, dass 58 Prozent im Nachbarland einen grundsätzlichen Mangel an Allgemeinmediziner und 71 Prozent einen eben solchen bei Fachärzten mit Kassenzulassung kritisieren.
Außerdem spitze sich die Lage zu: Zwei von fünf Österreichern sagen, die medizinische Versorgung habe sich im vergangenen Jahr verschlechtert. Lediglich acht Prozent sind der Ansicht, dass sich das öffentliche Gesundheitswesen in eine positive Richtung entwickelt hat. Da wundert es auch nicht, dass die Nachfrage nach privater Gesundheitsvorsorge bei unseren Nachbarn auf einem Allzeithoch liegt. 34 Prozent ohne private Vorsorge bekunden in der aktuellen Umfrage ein höheres Interesse für einen Abschluss als vor einem Jahr. In der jüngeren Generation, den 16- bis 35-Järhigen, sind es sogar 45 Prozent. Besonders nachfragte sind die Sonderklasse- und Privatarztversicherung, zeigt die Umfrage.
Schlaflos in Wien
Die Wiener Städtische hat außerdem Fragen zum allgemeinen Gesundheitszustand gestellt. Bei den Antworten fällt auf, dass unsere Nachbarn offensichtlich schlecht schlafen und das auch nur fünf bis sieben Stunden pro Nacht. Nur jeder Zehnte gab an, sich anschließend sehr erholt zu fühlen. Bei etwa einem Fünftel gibt es hingegen gar keinen Erholungseffekt. Wenig überraschend, wäre länger zu schlafen hier die Devise: Personen, die zwischen 7,5 und 9 Stunden pro Nacht schlafen, fühlen sich laut Studie auch regenerierter.
Zudem machen sich die Österreicher viele Sorgen, 81 Prozent mittlerweile regemäßig, Frauen eher als Männer. Ein Fünftel berichtet, permanent von Sorgen begleitet zu werden, ebenso viele gehen aber auch sorgenfrei durchs Leben. 30 Prozent geben an, sich jetzt mehr zu sorgen als vor einem Jahr. „Die Hauptursachen für die wachsenden Sorgen in der Bevölkerung sind vielfältig: Als primärer Auslöser wird die eigene Gesundheit oder die von Familienmitgliedern genannt, hinzukommen die finanzielle Situation und Zukunftsängste. Vor allem bei den 16- bis 35-Jährigen haben die Sorgen zugenommen“, kommentiert Generaldirektor-Stellvertreterin Sonja Brandtmayer die Ergebnisse der Studie.
Großteil bei guter Gesundheit
Auswirkungen haben Sorgen auch auf den mentalen Gesundheitszustand, der sich gegenüber dem Vorjahr etwas verschlechtert hat: Der Anteil jener, die sich aktuell mental sehr gesund fühlen, ist leicht gesunken, dennoch bewertet die Mehrheit ihren Zustand positiv. Ähnlich verhält es sich beim körperlichen Gesundheitszustand: Der Großteil fühlt sich aktuell fit. Über ein Viertel der Österreicher nahm im vergangenen Jahr jedoch eine Verschlechterung ihres physischen Gesundheitszustandes wahr. Knapp jeder Zweite nimmt außerdem regelmäßig verschreibungspflichtige Medikamente ein. Bei 16 Prozent hat sich das körperliche Wohlbefinden hingegen verbessert.



