Novartis übernimmt US-Onkologiespezialisten

by | May 3, 2024

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Übernahmekandidat Mariana Oncology ist als Biotechnologieunternehmen auf die Entwicklung neuartiger Radiolegandentherapien spezialisiert.

 

Novartis übernimmt Mariana Oncology. Eine Milliarde US-Dollar lassen sich die Schweizer die Erweiterung ihrer Radioonkologie-Pipeline im Rahmen einer Vorauszahlung kosten. Weitere 750 Millionen sollen beim Erreichen bestimmter Meilensteine gezahlt werden.

Mariana Oncology ist ein Biotechnologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung neuartiger Radioligandentherapien (RLT) spezialisiert hat. Hier sei der Patientenbedarf bei vielen Krebserkrankungen hoch und ungedeckt, heißt es von Novartis. Die Therapien, an denen man bei Mariana in Watertown, Massachusetts, arbeitet, befinden sich aktuell im präklinischen Stadium.

„Robustes“ Portfolio eingekauft

Dennoch ist man bei Novartis überzeugt, dass die Transaktion die RLT-Pipeline und auch die Forschungsinfrastruktur stärkt. Beides seien strategische Prioritäten für den Konzern. Die Akquisition umfasse ein robustes Portfolio von RLT-Programmen, das von der Leitstrukturoptimierung bis zur frühen Entwicklung in einer Reihe von Indikationen mit soliden Tumoren wie Brust-, Prostata- und Lungenkrebs reiche – darunter auch der Entwicklungskandidat MC-339, eine RLT auf Aktiniumbasis, die bei kleinzelligem Lungenkrebs untersucht wird.

„Die Übernahme von Mariana Oncology spiegelt unser Engagement für die Radioligandentherapie als eine der wichtigsten Technologieplattformen unseres Unternehmens wider und stärkt unsere Führungsposition in diesem Bereich”, sagte Fiona Marshall, President of Biomedical Research bei Novartis. Und auch Shiva Malek, Global Head of Oncology for Biomedical Research bei Novartis, unterstreicht: „Diese Übernahme bringt Novartis phänomenale Talente und neue Fähigkeiten in der RLT-Forschung, die unsere weitreichenden internen Bemühungen zur Erforschung neuer Isotope, Kombinationen, Krankheitsbereiche und mehr ergänzen.”

RLT bisher vor allem bei Prostatakrebs im Einsatz

RLT oder Radiopharmazeutika sind eine Form der Präzisionsmedizin, bei der ein auf den Tumor ausgerichtetes Molekül (Ligand) mit einem therapeutischen Radioisotop (einem radioaktiven Teilchen) kombiniert wird. RLT binden an spezifische Rezeptoren, die auf der Oberfläche bestimmter Tumorarten exprimiert werden. Sobald sie an eine Zielzelle gebunden sind, verursachen die Emissionen des therapeutischen Radioisotops DNA-Schäden, die das Zellwachstum und die Replikation hemmen und möglicherweise den Zelltod auslösen können. Dieser gezielte Ansatz ermöglicht es, den Tumor zu bestrahlen und gleichzeitig die Schädigung der umliegenden Zellen zu begrenzen.

Derzeit verfügt Novartis über zwei zugelassene RLT für bestimmte Patienten mit metastasierendem kastrationsresistentem Prostatakrebs und für bestimmte Arten von gastroenteropankreatischen neuroendokrinen Tumoren. Die frühe und späte Pipeline des Unternehmens umfasst mehrere Programme, die sich in der klinischen Entwicklung befinden oder kurz davor stehen, darunter ein Spektrum von Studien und Vermögenswerten für Prostatakrebs sowie weitere präklinische und Forschungsprogramme zur Identifizierung der nächsten Welle neuartiger RLT.

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