Notfallreform: Mehr Vernetzung durchaus positiv

by | Jun 7, 2024

Anhoren

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Der Entwurf zu Lauterbachs geplanter Notfallreform liegt seit Anfang der Woche laut BMG in der Ressortabstimmung. Und das geplante Mehr an Vernetzung wird durchaus wohlwollend aufgenommen.

 

Wann ist man ein medizinischer Notfall? Diese Frage ist offensichtlich für Patienten nicht immer leicht zu beantworten, weshalb Rettungsdienste und auch Notaufnahmen immer wieder zu Einsetzen gerufen werden oder Patienten behandeln müssen, die eigentlich einen anderen Weg ins System nehmen müssten und sollten. Dem will Bundesgesundheitsminister Lauterbach mit einer umfassenden Notfallreform entgegenwirken, was sowohl in der Politik als auch bei den Verbänden zunächst einmal auf Wohlwollen trifft.

Die Eckpunkte des aktuellen Entwurfs sehen beispielswiese vor, dass die Aufnahme der Patienten über bundesweit geplante „integrierte Notfallzentren (INZ) – eine Zusammenarbeit der Notaufnahmen der Krankenhäuser und Notdienstpraxen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) – koordiniert wird. Sie sollen vor allem Art und Schwere des Notfalls einschätzen und die Patienten gleich an die richtige Stelle im Gesundheitssystem weiterleiten können. Dafür sollen auch die Terminservicestellen der KV, die 116117, sowie die Rettungsleitstellen unter der 112 enger vernetzt werden – zumal Erstere auch nicht in dem Umfang genutzt werden, wie es Kapazitäten gäbe. Zusätzlich sieht das Papier vor, die KV zu einer durchgängigen telemedizinischen Versorgung zu verpflichten, um auch hier noch einmal kleinere Notfälle abfangen zu können.

Rettungsdienst darf nicht ausgeklammert werden

Beim Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) findet man dem Referentenentwurf auch deshalb erst einmal gut, insbesondere da für die INZ-Standorte die Expertise der Selbtsverwaltung einbezogen werden soll, betont Vorstandsvorsitzende Ulrike Elsner. Auf Unverständnis stößt bei ihr allerdings die Tatsache, dass die Rettungsdienste im aktuellen Entwurf ausgeklammert seien „Ohne eine Reform des Rettungsdienstes wird der 24/7-Hausbesuchsdienst, der durch die KV neu aufgebaut werden soll, erhebliche Mehrkosten verursachen“, fürchtet Elsner.

Das eine sinnvolle und effiziente Organisation der Rettungsfahrzeuge dringend nötig sei, zeige zudem die Ausgabenentwicklung. Hat der Einsatz von Rettungsfahrzeugen die Versichertengemeinschaft 2022 noch 1,7 Milliarde Euro gekostet, waren es 2023 schon 4,1 Milliarden Euro.

Apotheken werden integriert

Was wiederum die Apothekerverbände am heutigen Tag der Apotheke freuen dürfte: Ihre Mitglieder sollen ein wichtiger Bestandteil der Notfallreform werden. Konkret heißt es in dem Enwurf: „Zur Sicherstellung der Versorgung von Patientinnen und Patienten einer Notdienstpraxis mit Arzneimitteln und apothekenpflichtigen Medizinprodukten haben die zuständige Kassenärztliche Vereinigung zusammen mit dem Krankenhausträger, mit dessen Notaufnahme die Notdienstpraxis ein Integriertes Notfallzentrum bildet, einen Versorgungsvertrag nach § 12b Apothekengesetz mit einer Apotheke zu schließen.“

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