Neues Malaria-Medikament in Thailand und Brasilien eingeführt

by | Jul 5, 2024

Anhoren

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Tafenoquin ist das erste Einzeldosis-Medikament, das auch vor Rückfällen der Plasmodium-vivax-Malaria schützen soll. Ein weiterer Schritt, Malaria zu eliminieren, ist man in beiden Ländern nach Studien überzeugt.

 

GSK plc. und Medicines for Malaria Ventures (MMV) haben heute verkündet, dass ihr erstes Einzeldosis-Medikament Tafenoquin nun sowohl in Thailand als auch in Brasilien eingeführt wurde. Verabreicht wird es in Kombination mit Chloriquin und soll so auch vor Rückfällen der Plasmodium-vivax-Malaria (P.vivax) schützen. P. vivax ist der vorherrschende Malariaparasit in den meisten Ländern außerhalb der afrikanischen Länder südlich der Sahara und die Malaria selbst von klinischen Rückfällen gekennzeichnet, bei denen die Patienten immer wieder erkranken, wenn die latente Infektion im Leberstadium nicht behandelt wird. In einigen Fällen können die Rückfälle zu schwerer Malaria und zum Tod führen. Rückfälle erhöhen auch die Krankheitslast und das Potenzial für eine Weiterverbreitung, was letztlich die weltweiten Bemühungen um die Ausrottung der Malaria behindert.

Genau hier soll das 8-Amonchinolin-Malariamittel Tafeniquin ansetzen, da es konkret auf das Leberstadium von P.vivax abzielt. Wird Tafenoquin in Kombination mit Chloroquin gegen die Infektion im Blutstadium eingesetzt, bietet es eine so genannte radikale Heilung, also die Behandlung sowohl des Blut- als auch des Leberstadiums der Krankheit.

Praxisnahe Studien vorangegangen

Sowohl das thailändische als auch das brasilianische Gesundheitsministerium haben mit Unterstützung des MMV Durchführbarkeitsstudien zum routinemäßigen Einsatz von Tafenoquin am Point-of-Care in ihren öffentlichen Gesundheitssystemen gefördert.

In Brasilien hatte die Regierung als Reaktion auf den anhaltenden öffentlichen Gesundheitsnotstand im besonderen indigenen Gesundheitsbezirk der Yanomami, in dem fast 70 Prozent aller Malariafälle auf P. vivax zurückzuführen sind, die Einführung von Tafenoquin bereits im März 2024 beschleunigt. Nun wird es im gesamten öffentlichen Gesundheitssystem ausgerollt.

Und auch in Thailand haben die gemeldeten Malariafälle in den letzten Jahren erheblich zugenommen und sich zwischen 2021 und 2022 mehr als verdoppelt. Die meisten dieser zusätzlichen Fälle treten in der Grenzregion zu Myanmar auf, wo Vertriebene aus dem Nachbarland leichter Zugang zur Gesundheitsversorgung haben. Dies hat die Nachfrage nach Ressourcen für die Malariadiagnose und -behandlung in Thailand erhöht, und die Einführung von Tafenoquin wird erhebliche Auswirkungen haben, ist man dort überzeugt.

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Gemüsekohl für die Gesundheit

Forscher des Leibniz-Instituts für Gemüse- und Zierpflanzenbau haben jene Kohlsorten identifiziert, die besonders wertvolle Pflanzenstoffe für den Menschen beinhalten. Wie die sich auf die Gesundheit auswirken, wird nun in einer Interventionsstudie untersucht.

Grün und vielfältig sollte sie sein, unsere Ernährung. Und einem Gemüse kommt dabei eine besondere Bedeutung zu: Gemüsekohl. Am Leibniz-Institut für Gemüse- und Zierpflanzenbau (IGZ) gibt es mit dem Projekt SharpGreens sogar ein eigenes Forschungsprojekt, das jetzt in die zweite Phase startet. Die wissenschaftliche Fragestellung: Wie beeinflusst eine vielfältige Ernährung reich an Gemüsekohl die Gesundheit? Die humane Interventionsstudie wird gemeinsam mit dem Universitätsklinikum Freiburg umgesetzt. Erforscht werden sollen vor allem die Auswirkungen auf die Immunfunktionen und das Darmmikrobiom.
Der Interventionsstudie ist eine intensive erste Projektphase vorangegangen, für die am IGZ in den vergangenen 30 Jahre eine umfassende Analytikplattform für sekundäre Pflanzenstoffe und ihre Abbauprodukte entwickelt wurde. Im Fall des Gemüsekohls geht es um die sogenannten Glucosinolate, die beim Verzehr enzymatisch zu gesundheitsfördernden Abbauprodukten, den Isothiocyanaten, umgewandelt werden können. Diese Substanzen haben entzündungshemmende, antikanzerogene und antimikrobielle Eigenschaften. Bisher wurden mehr als 100 verschiedene Glucosinolate in Pflanzen identifiziert, wobei die Wirksamkeit ihrer Abbauprodukte stark variieren kann.
Über 300 Kohlsorten kultiviert
Im Rahmen des Projekts SharpGreens kultivierte das Team von Projektleiterin Dr. Katja Witzel im letzten Jahr 300 Genbank- und 17 kommerzielle Kohlsorten am IGZ und analysierte die Glucosinolat-Gehalte und Abbauprodukte. Dabei wurden 24 Kohlsorten mit verbesserten Glucosinolat-Gehalten und gewünschten -Abbauprofilen identifiziert. Diese stammen aus verschiedenen Regionen, darunter Kohlrabi aus der ehemaligen DDR, Blumenkohl-Sorten aus Italien, Weißkohl aus Japan und Spanien, Grünkohl aus Schweden und bulgarischer Rotkohl. Zur weiteren Aufklärung des enzymatischen Glucosinolat-Abbaus wurde das Proteom aller Kohlsorten am IGZ analysiert und ergänzend dazu eine genomweite Assoziationsstudie vom Projektpartner Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) durchgeführt.
In der nun gestarteten zweiten Projektphase werden die ausgewählten Kohlsorten in der Interventionsstudie am Universitätsklinikum Freiburg unter der Leitung von Prof. Dr. Evelyn Lamy eingesetzt. Es wird untersucht, ob der Verzehr einer vielfältigeren Gemüsekohl-Diät die Gesundheit beeinflusst und ob diese Effekte auf den hohen Gehalt an gesundheitsfördernden Inhaltsstoffen oder die Pflanzenvielfalt zurückzuführen sind. Die Probanden erhalten dafür in einem randomisierten Crossover-Versuch vier verschiedene Gemüsekohl-Diäten, die aus gefriergetrockneten Kohlpflanzen am IGZ hergestellt werden und definierte Mengen an bioaktiven Substanzen enthalten. Außerdem wird der Einfluss der Vielfalt an Gemüsekohl in der Ernährung auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms untersucht.
Bewusstsein für Vielfalt fördern
Die Forschungsergebnisse sollen anschließend über verschiedene Formate wie Kochevents, Feldführungen und Ausstellungen an die Öffentlichkeit kommuniziert werden. Ziel ist es, das Bewusstsein für den Erhalt der Artenvielfalt in der Landwirtschafft sowie eine vielfältige pflanzenbasierte Ernährung zu fördern. Unterstützt werden die Forscher dabei von proWissen Potsdam e.V. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert SharpGreens im Rahmen der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt (FEdA) und der Richtlinie zur Erforschung der Zusammenhänge zwischen Biodiversität und menschlicher Gesundheit (BiodivGesundheit2) mit 1,1 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren.

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