Neues Institut für digitale Medizin in Frankfurt

by | May 24, 2024

Quelle: Uwe Dettmer / Goethe-Universität Frankfurt

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Die Frankfurter Goethe-Universität will sich ab sofort stärker auf digitale Medizin konzentrieren und hat dafür ein neues Institut gegründet sowie eine neue Professur geschaffen, die als Stiftungsprofessur mit 1,2 Millionen Euro auf fünf Jahre finanziert wird.

 

In Frankfurt will man die Forschung für neue Entwicklungen im Gesundheitswesen vorantreiben. Dafür hat die Goethe-Universität jetzt das Institut für „Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften“ gegründet und Prof. Janne Vehreschild auf die Professur „Digitale Medizin und Klinische Datenwissenschaften“ berufen, der zugleich auch Gründungsdirektor des Instituts wird. Die Professur wird als Stiftungsprofessur von der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung in den kommenden fünf Jahren mit rund 1,2 Millionen Euro finanziert. Vehreschild ist Hämatologe, Onkologe, Internist und Datenspezialist.

Die Goethe-Universität will vor allem auch die Versorgung der Patienten optimieren, indem Gesundheitsdaten für die biomedizinischen Forschung nutzbar gemacht werden. Über die Berufung von Prof. Vehreschild freut sich der dortige Präsident  Prof. Enrico Schleiff besonders: „Als Gründungsdirektor des Instituts wird er zentrale Impulse für die weitere Vernetzung unserer Bio- und Medizininformatikprofessuren mit unserem neuen Center for Critical Computational Studies – C3S – sowie mit den Einrichtungen des Universitätsklinikums vorantreiben. So werden wir einen zentralen Beitrag zur Forschung mit Gesundheitsdaten und digitalen Informations- und Behandlungssystemen leisten.“

Auch Prof. Jürgen Graf, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikum Frankfurt, ist überzeugt: „Datenwissenschaften und Digitalisierung gehören zu den Kernelementen der strategischen Weiterentwicklung der Universitätsmedizin Frankfurt.“

Digitale Medizin wichtig für Gesundheitssysteme

Bei der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung hebt man hervor, wie wichtig die digitale Medizin für die Gesundheitssystem von morgen ist. Der dortige Stiftungsvorstand Dr. Jürgen Staiger betont: „In der Coronakrise wurde auch für die breite Öffentlichkeit sichtbar, wie wichtig Gesundheitsdaten – etwa Infektionszahlen und Impfquote – oder digitale Werkzeuge wie die Corona-App für das Management dieser Krise waren.“ Entsprechend freut man sich, das neue Institut in Frankfurt zu unterstützen.

Janne Vehreschild, Jahrgang 1978, studierte in Bonn Humanmedizin und arbeitete parallel freiberuflich als Datenbank- und Softwareentwickler bei IT-Unternehmen. Er promovierte 2008 an der RWTH Aachen. Vor seinem Wechsel als Oberarzt an die Medizinische Klinik 2 des Zentrums für Innere Medizin am Universitätsklinikum Frankfurt arbeitete er von 2005 bis 2019 zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und dann als Oberarzt für Innere Medizin und Hämatologie und Onkologie mit Zusatzbezeichnung Infektiologie an der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln. 2013 gründete Vehreschild in Köln die Arbeitsgruppe „Kohorten in der Infektionsforschung“, die vom Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF) als unabhängige Nachwuchsgruppe gefördert wurde. Auf dieser Basis wurde er 2017 zum Professor für Translational Cohorts in HIV Research der Universität zu Köln ernannt.

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