Neuer Therapieansatz bei diabetischen Wunden

by | May 21, 2024

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„Umprogrammierte“ Fettpartikel könnten einen Durchbruch für die Wundheilung bei Diabetes-Patienten bedeuten. Erste Versuche an Mäusen waren vielversprechend, heißt es aus den USA.

 

US-Forscher an der Icahn School of Medicine am Mount Sinai haben eine regenerative Therapie entwickelt, die auf eine schnellere Heilung diabetischer Wunden abzielt. Konkret wurden dafür winzige Fettpartikel mit „genetischen Anweisungen“ ausgestattet, um entzündete Hautpartien zu beruhigen. In Versuchen an Mäusen konnte gezeigt werden, dass die Behandlung auf exakt die problemverursachenden Zellen abzielt und so Schwellungen und schädliche Moleküle reduziert. Die Ergebnisse wurden gestern in der Online-Ausgabe der Proceedings of the National Academy of Sciences veröffentlicht.

Besondere Herausforderung bei Diabetes

Diabetische Wunden sprechen selten auf herkömmliche Behandlungen an, was sie für Millionen von Menschen weltweit zu einem Gesundheitsrisiko macht. Denn die Makrophagen als Teil des Immunsystems, die eigentlich helfen sollen, verursachen stattdessen Entzündungen. Die schädigen wiederum andere Zellen und erschweren eine schnelle Wundheilung. Am Mount Sinai hat man daher Lipid-Nanopartikeln (LNPs) mit RNA beladen und für das Zytokin Interleukin-4 kodiert. Dabei handelt es sich um ein Zelle-zu-Zelle-Signalprotein, das sich so gegen dysfunktionale Makrophagen wenden sowie Entzündungen und „reaktive Sauerstoffspezies” (ROS) in diabetischen Wunden reduzieren konnte.

ROS-Moleküle werden im Körper bei verschiedenen Stoffwechselprozessen gebildet und spielen eine Rolle bei der Zellsignalisierung und bei Immunreaktionen. Eine übermäßige ROS-Produktion kann jedoch zu oxidativem Stress führen, der Zellen, Proteine und die DNA schädigt. Dieser Stress wird mit verschiedenen Krankheiten und Zuständen in Verbindung gebracht, darunter Entzündungen und Alterung.

Wirksamkeit des Verfahrens noch nicht sicher

Obwohl die Ergebnisse der aktuellen Studie ermutigend sind, betonen die Forscher, dass eine strenge randomisierte, kontrollierte klinische Studie erforderlich ist, um die Sicherheit und Wirksamkeit beim Menschen zu bestätigen.

„Unser ultimatives Ziel ist es, diese Erkenntnisse in greifbare Vorteile für Diabetiker umzusetzen“, betont Yizhou Dong, Professor für Immunologie und Immuntherapie an der Icahn School of Medicine am Mount Sinai. Er und seine Kollegen sind zudem davon überzeugt, dass bei weiterer Forschung und Validierung diese RNA-LNP-Therapie die Behandlung diabetischer Wunden mit einer leicht skalierbaren Anwendung eines vergleichsweise kostengünstigen therapeutischen Mittels möglicherweise revolutionieren könnte. „Die aktuelle Studie deutet auch darauf hin, dass RNA-LNP-Therapeutika allgemeiner zur Umprogrammierung von krankheitsverursachenden Makrophagen in einem Organismus eingesetzt werden könnten, da pro-inflammatorische Makrophagen bei einer Vielzahl von Krankheiten eine Rolle spielen”, schließt Prof. Dong ab.

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