Neuer GI-Arbeitskreis gegen Cyberangriffe im Gesundheitswesen

by | Apr 17, 2024

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Ende März wurde innerhalb der Gesellschaft für Informatik ein Arbeitskreis gegen Cyberangriffe im Gesundheitswesen ins Leben gerufen. Diesen Freitag werden nun im Rahmen der Jahresarbeitsplanung erste Prioritäten festgelegt.

 

Es ist ein neuer Arbeitskreis innerhalb der Gesellschaft für Informatik, der sich ausschließlich dem wichtigen Thema Cybersicherheit im Gesundheitswesen widmet. Nun kommt der Arbeitskreis am 19. April erstmals zur Jahresarbeitsplanung zusammen. Konkret geht es um Prioritäten und Fokusthemen für 2024 sowie die Verteilung spezifischer Arbeitspakete. HealthCareTimes sprach mit Prof. Patrizia Heinl von der Technischen Hochschule Ingolstadt, die gemeinsam mit Prof. Dr. Andrius Patapovas von der Technischen Hochschule Nürnberg sowie Prof. Dr. Michael Pilgermann von der Technischen Hochschule Brandenburg die Idee für den Arbeitskreis hatte.

Alle drei forschen im Bereich Digitale Sicherheiten in der Gesundheitsversorgung, weshalb schnell klar wurde, dass in der Branche der Wunsch nach mehr Erfahrungsaustausch groß war, sagt Heinl. Allerdings habe die entsprechende Plattform bisher gefehlt: „Es gab bereits einige Formate zum Zusammenwirken in Deutschland; gerade für den Austausch unter und mit wissenschaftlichen Einrichtungen passen diese jedoch nicht. Ein Arbeitskreis innerhalb der Gesellschaft für Informatik, respektive der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie schein uns ideal und hier wurden wir auch mit offenen Armen aufgenommen.

Mitwirkung ausdrücklich erwünscht

Seit Anfang des Jahres ist der Arbeitskreis auch im Netz erreichbar. Und eine erste Partizipationsmöglichkeit gibt es jetzt am Freitag im Rahmen der Jahresarbeitsplanung, betont Heinl: „Zur Veranstaltung haben sich bereits über 30 Expertinnen und Experten aus den unterschiedlichsten Sektoren in ganz Deutschland angemeldet. Ziel des Online-Meetings ist es, Herausforderungen, Bedarfe und Ideen der verschiedenen Stakeholder in der Gesundheitsversorgung zu erheben, gemeinsam zu priorisieren, daraus konkrete Arbeitspakete abzuleiten und Verantwortlichkeiten zu klären.“ Erklärtes Ziel der drei Wissenschaftler ist es, dass sich im Laufe der Zeit Fokusgruppen bilden, sodass man sich Innerhalb des Arbeitskreises auch stärkerer auf verschiedene und spezielle Themenbereiche konzentrieren kann.

Zudem sollen die Ergebnisse aus dem Arbeitskreis dem Markt wieder zugänglich gemacht werden und auch hier setzt das Trio auf den direkten Austausch und eine offene Kommunikation. Angedacht seien unter anderem hybride Kamin- und Sofaabende sowie Vorträge, sagt Heinl: „Als Forschungseinrichtungen sind wir ohnehin darauf bedacht, unsere Ergebnisse der Gesellschaft und auch der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen.“

Digitale Sicherheit in der Gesundheitsversorgung stärken

Langfristig geht es Heinl und ihren Kollegen vor allem darum, mehr Aufmerksamkeit auf die digitale Sicherheit in der Gesundheitsversorgung zu richten. „Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist sehr wichtig, geht aber schließlich nicht ohne die Beachtung der IT-Sicherheit. Gerade im Gesundheitswesen haben wir es zum einen mit sehr sensiblen personenbezogenen Daten zu tun und zum anderen muss schon heute, aber vor allem auch bei fortschreitender Digitalisierung, der kontinuierliche Betrieb der Systeme sichergestellt werden, da Gesundheit und Leben von diesen Systemen abhängig sein können“, betont Heinl. Dafür sei ein Erfahrungsaustausch innerhalb Deutschlands und perspektivisch innerhalb Europas essenziell. Auch der soll durch den Arbeitskreis gestärkt werden. „IT-Sicherheit gelingt nur richtig gut, wenn wir andere an unseren Erfahrungen teilhaben lassen und auf der anderen Seite das Rad nicht komplett neu erfinden“, weiß Heinl. Deshalb stehen auch gemeinsame Forschungsinitiativen weit oben auf der Agenda, um die Praxis mit neuen Erkenntnissen zu unterstützen. „Langfristig soll der Arbeitskreis Impulse setzen, um die Digitale Sicherheit in der Gesundheitsversorgung nachhaltig zu stärken“, schließt Heinl ab.

 

 

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